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Nicht immer gelingt das Surfen am Computer.

Bockenheim

Neue PC ohne Internet

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Die Georg-Büchner-Schule ruft den digitalen Notstand aus. Obwohl es in der Gesamtschule neue Computer gibt, haben die Schülerinnen und Schüler nur selten Internetzugang. Die Stadt will jetzt prüfen, woran das liegt.

Wenn Fynn oder Karim im Unterricht etwas im Internet nachschauen müssen, brauchen sie Glück. Denn obwohl die Georg-Büchner-Schule 2019 mit neuen Computern ausgestattet worden ist, funktionieren die Geräte in den PC-Räumen nur hin und wieder. „Es ist wie ein Glücksspiel“, sagt Karim, der die 7b der Integrierten Gesamtschule an der Pfingstbrunnenstraße besucht. „Oft können wir überhaupt nicht am Computer arbeiten“, sagt Mitschüler Fynn aus der 8a. Zusammen mit Lehrern, Eltern und Mitschülern berichteten sie in der Sitzung des Ortsbeirats 2 am Montag von der unzureichenden Ausstattung.

Schulelternbeirätin Simona Hepp hat den „digitalen Notstand“ ausgerufen. Seitdem die Stadt im vergangenen Sommer die Computerräume mit neuer Hardware ausstaffiert hat, sei keine reguläre Nutzung des Internets oder des Intranets der IGS möglich. Lehrer Tobias Illing geht davon aus, dass die vorhandenen Leitungen im Schulgebäude für die neuen PCs zu alt sind, „die Datenlast ist wohl zu groß“. Verkabelung, Netzanbindung und Server seien nicht zuvor geprüft worden.

Mit fatalen Folgen: Im Unterricht komme es immer wieder vor, dass eine der 44 Klassen den Computerraum buche. Oft könne nach mehrmaligen Versuchen keine Verbindung hergestellt werden, dann gebe es nur „analogen Unterricht“, so Illing. „Das führt zu Frust.“ Der halbjährige PC-Kurs, den jeder Schüler absolvieren müsse, sei regelmäßig ausgefallen, ergänzt Fynn.

Ausweichen auf WLAN nicht möglich

Die zwei Rechner, mit denen jedes Klassenzimmer ausgestattet ist, funktionierten dagegen in der Regel, sagt Illing. „Für durchschnittlich 25 Kinder pro Klasse ist das aber keine Lösung.“ Die Schulgemeinde befürchtet jetzt, dass die Stadt die Leitungen nicht austauscht, da langfristig eine Sanierung der IGS ansteht. Eine Machbarkeitsstudie wurde bereits erstellt.

Auf WLAN kann die Büchnerschule nicht ausweichen. Noch ist die IGS damit nicht ausgestattet. Und da die Schulen nur alle fünf Jahre mit neuer Technik versorgt werden, gehen Lehrer, Eltern und Schüler davon aus, dass sie erst 2024 an der Reihe sind. Diese Perspektive sei deprimierend, so Lehrer Illing.

Ob die Schule wirklich so lange warten muss, steht laut Azfar Khan, Referent von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), nicht fest. Dass die Hälfte der PC nicht genutzt werden könnten, sei ein „unhaltbarer Zustand“. Derzeit werde das Problem analysiert, ob es etwa an den Kabeln oder den Rechnern liegt. Die Schule müsse laut Khan „nicht Angst haben“, dass sie weitere fünf Jahre ohne Internetzugang bleibt. Geprüft werde auch, ob die IGS eher mit WLAN ausstaffiert wird, so Khan, „wenn wir die Kapazität haben“.

Vertreter fast aller Fraktionen im Ortsbeirat 2 kritisierten, dass die Büchnerschule ihre PCs nur eingeschränkt nutzen kann. Neue Kabel zu verlegen sei „kein Hexenwerk“, sagt Lothar Krauß (Piraten). Hans-Jürgen Hammelmann (Linke) geht davon aus, dass die technische Einrichtung aus den 70ern stammt, „das kann nicht funktionieren“. Der Magistrat müsse sich des Problems annehmen, forderte Martin Völker (SPD). Thomas Gutmann fühlt sich an einen Schildbürgerstreich erinnert.

Am 2. Oktober sind Politiker, Verwaltung und Presse zu einem Gespräch in die Schule geladen.

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