Bauleiter Uwe Kirschstein zeigt die künftige Dachterrasse.  
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Bauleiter Uwe Kirschstein zeigt die künftige Dachterrasse.  

Bockenheim

Bockenheim: Junges Wohnen mit Riesen-Kita

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Halbzeit am Rohmerplatz: Die Konversionsgesellschaft KEG errichtet 121 Apartments für Studierende und Azubis. Das Erdgeschoss füllt ein Kinderzentrum mit 138 Betreuungsplätzen.

Die Dachterrasse ist ein Traum. In drei Richtungen schweift der Blick, streift die Skyline, den Ginnheimer Spargel, die Bundesbank. Oder ruht versonnen auf den Baumwipfeln des Rohmerplatzes. Dort ist Halbzeit, bei den Bauarbeiten für das neue Studentenwohnheim mit Riesen-Kita. Der Rohbau steht. Eine gute Gelegenheit, Besucher über die Baustelle zu führen, findet am Dienstag Klaus-Peter Kemper, Geschäftsführer der halbstädtischen Konversionsgesellschaft KEG. Auch, um in diesen Zeiten mal gute Nachrichten zu verbreiten. Im Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das freut die Nachbarn, aber auch die Familien in Bockenheim.

Schließlich zieht dann das Kinderzentrum Rohmerplatz an seinen angestammten Ort zurück, raus aus den Containern am Kurfürstenplatz. Die Einrichtung wächst, aus 60 Kindern sollen zehn Gruppen mit 138 Jungen und Mädchen werden. Sieben Gruppen sind eigentlich das Maximum für eine Kita, die Stadt teilt das Zentrum darum in zwei Einrichtungen. Eine mit sechs Gruppen für die unter Dreijährigen, eine mit vier Gruppen für die Drei- bis Sechsjährigen.

Rohmerplatz

121 Studenten- und Azubi-Apartments entstehen auf dem Areal des früheren Sozialrathauses am Rohmerplatz. Sie teilen sich den Platz mit zwei städtischen Kitas. In zehn Gruppen sollen dort 138 Kinder unterkommen.

Das Kinderzentrum Rohmerplatz ist früher schon dort gewesen. Mit dem Abriss des alten Gebäudes ist die Einrichtung vorübergehend in Container auf dem Kurfürstenplatz gezogen. Im Sommer 2021 kehrt sie zurück, mit 138 statt 60 Betreuungsplätzen.

Das Areal hat die vermögende Familie Rohmer 1908 der Stadt übereignet – ausdrücklich für öffentliche und soziale Zwecke. sky

Die Studierenden sind in den oberen Etagen zu Hause, die Kinder tummeln sich im Erdgeschoss und in einem Teil des ersten Obergeschosses. Die Architektur des langgestreckten Baukörpers gibt es her, dass dennoch alle Gruppenräume Zugang zu einer Freifläche haben. 2000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, auf beiden Seiten des Gebäudes – und auf einer weiteren Dachterrasse. Schwerpunkt soll das Thema Essen sein, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) beim Rundgang. Frische, gesunde Kost, von Köchen vor Ort zubereitet. Das Gebäude entsteht im Passivhausstandard, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD), mit niedrigen Energiekosten; ein Blockheizkraftwerk spendet Wärme. Für Photovoltaik ist die Dachfläche zu klein. Die wird immerhin begrünt.

Bei der Tiefgarage nutzt die KEG die neuen Möglichkeiten der Frankfurter Stellplatzsatzung voll aus. Wer andere Verkehrsmittel bevorzugt, kann auf Autoparkplätze verzichten. So finden sich in der Tiefgarage vier Autoparkplätze für Kita-Mitarbeiter, 14 für die Studierenden. Und 100 Abstellplätze für Fahrräder. Im Außenbereich stehen weitere 70 überdachte Radparkplätze bereit.

Noch ist schwer abzuschätzen, wie das Gebäude sich einmal in die umliegende Bebauung einfügt. Chefplaner Josef findet aber, dass der Bau zumindest besser passt als das frühere Sozialrathaus. Immerhin ragt es lediglich acht Etagen in die Höhe anstatt zwölf wie vorher.

Zudem habe die KEG die Bäume ringsherum erhalten können. Der Nachteil: Bauen in der Stadt ist aufwendig und teuer. Darum werden die Mieten der Apartments – Stand jetzt – nicht gerade günstig sein. Schon wenn die KEG alleine die Baukosten zugrunde legt kommt am Ende ein Mietzins von etwa 500 Euro pro Monat für die 20 Quadratmeter großen Einheiten heraus. „Vielleicht ein bisschen mehr“, sagt Kemper.

Aus formalen Gründen hatte die Stadt den Bau nicht ins Förderprogramm für studentisches Wohnen aufnehmen können. Dezernent Josef verspricht aber, im Nachhinein noch entsprechende Gespräche zu führen. „Wir versuchen, preiswerter zu werden.“

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