Frankfurt-Bockenheim

Bockenheim: Jordanstraße 3 herrichten

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Die Linke kritisiert, die Kommune lasse ihre Immobilien verfallen. Vor drei Jahren hat sie das Gebäude aus Milieuschutz gekauft, nun soll sie schnell die Wohnungen sanieren und vermieten.

Eyup Yilmaz ist „empört“. „Unzählige Male“ habe der wohnungspolitische Sprecher der Linken im Römer den Baudezernenten Jan Schneider (CDU) im Ausschuss angesprochen, aber keine erhellende Antwort erhalten. Es geht um das Haus an der Jordanstraße 3. Das steht größtenteils leer.

Die Linke im Römer ist darüber verwundert, wenn nicht gar besorgt. Der Magistrat möge das Haus zügig bewohnbar machen und langfristig zu bezahlbaren Preisen vermieten. Das formuliert die Fraktion in einem Antrag. Das Gebäude ist ja keineswegs Privateigentum. Die Stadt hat es gekauft, im Januar 2017.

Das an sich schmucke Haus steht an einem Straßenzug, der der sogenannten Milieuschutzsatzung unterliegt. Die soll verhindern, dass Investoren die angestammte Bevölkerung eines Viertels mit teuren Mieten verdrängen. Wenn ein Gebäude zum Verkauf steht, genießt die Stadt das Vorkaufsrecht. Das hat sie auch genutzt. Nur ist danach nicht mehr viel passiert.

„Ein Skandal“, sagt Eyup Yilmaz. Häuser im städtischen Besitz dürfen nicht dem Verfall preisgegeben werden, schreibt die Linke in ihrem Antrag. Die Fraktion sammelt stadtweit Informationen über leer stehende Gebäude. Zahlreiche Bockenheimer hätten auf die Jordanstraße 3 verwiesen, sagt Yilmaz. Drei Etagen sind dort zu finden, dazu ein Kniestock unter dem Dach. Acht Wohnungen seien es, schätzt Yilmaz.

„Es kann doch nicht sein, dass Familien keine Wohnung finden, die Stadt aber einfach ihre Häuser leer stehen lässt“, ärgert er sich. Günter Murr, Sprecher des Baudezernats, das auch die Immobilien der Stadt verwaltet, sieht die Lage naturgemäß etwas unaufgeregter. Zwei der Einheiten seien bewohnt, sagt er. Das Liegenschaftsamt habe darüber hinaus das Gebäude auf der Agenda zur Sanierung. Einen konkreten Termin dafür kann Murr nicht benennen. Aber „die Planungen laufen“.

Zunächst gelte es zu ermitteln, wie der Sanierungsbedarf sich genau darstelle. Zum Beispiel müssten aktuelle Brandschutzauflagen umgesetzt werden. Die Verzögerung geschehe nicht mutwillig, sagt Murr. Es gebe auch andere Bauaufgaben, das Amt sei ausgelastet. Die Finanzierung ist noch unklar. Kleinere Ausgaben erfolgen aus dem Topf für Bauunterhalt. Größere Investitionen müssen die Stadtverordneten beschließen.

Auch müssen die Fachleute noch klären, ob die Nutzung zur eigentlichen Baugenehmigung passt. Bis Dezember 2016 ist im Erdgeschoss ein Restaurant zu finden gewesen, die Gaststätte Pielok. Die lockte mit gutbürgerlichen Speisen und einer schmucken Außenterrasse. Und das 86 Jahre lang. Seit der Gründung 1930 war die Taverne in Familienhänden. Katharina Krebs hatte mit ihrem Mann als Café Krebs eröffnet. 1941 übernahm ihre Schwester Maria Pielok das Café und erweiterte das Angebot um kleine Mittagsgerichte. Zuletzt standen die Enkel in der Küche.

Von George Grodensky

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