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Die Künstlerin Yolande Belrose neben ihrem Kunstwerk an der Max-Beckmann-Schule.

Kultur

Bockenheim: Eine Freiheitsskulptur für den Hof der Max-Beckmann-Schule

Die ehemalige Max-Beckmann-Schülerin Yolande Belrose hat ein Kunstwerk zum Thema Freiheit geschaffen. Jetzt hat sie das Exponat ihrer Schule für den Pausenhof gespendet.

Von Alexandra Flieth

Freiheit stellt für jeden Menschen etwas anderes dar. Yolande Belrose hat ihre Idee von Freiheit vor drei Jahren während des Projekts „Schule trifft Galerie trifft Schule“ in eine künstlerische Form gepackt. Damals stand sie kurz vor ihrem Abitur und beteiligte sich mit der Kunst-Arbeitsgemeinschaft ihrer früheren Schule, der Max-Beckmann-Schule in Bockenheim, an dem Projekt, das vom BDK Fachverband für Kunstpädagogik Hessen in Zusammenarbeit mit Frankfurter Galerien und Schulen organisiert wurde.

Jetzt stand Yolande Belrose, die mittlerweile studiert, auf dem Schulhof des Oberstufengymnasiums und enthüllte mit dem Schulleiter Harald Stripp und Christian Bromig, unter anderem Lehrer für Kunst, ihre „Freiheitsskulptur“, wie sie die Arbeit selbst nennt.

Auf einem leicht sich nach rechts neigenden Sockel aus Sichtbeton sind, von roten, gemauerten Klinkersteinen umrandet, aufgebogene Eisenstangen sichtbar, die auf der einen Seite aus dem Mauerwerk in verschiedene Richtungen ragen. Dargestellt ist ein Fenster, das symbolisch die Flucht aus einem vergitterten Raum, wie den einer Gefängniszelle, widerspiegelt. Es ist ein Weg in die Freiheit, der vielfältig gedeutet werden kann: Persönlich, politisch, gesellschaftlich.

Das Besondere an dem Kunst-Projekt, an dem Yolande Belrose vor drei Jahren teilnahm, ist auch, dass die Schüler ihre Kunst in einem professionellen Umfeld ausstellen durften. Die Studentin zeigte ihre Arbeit in den Räumen der Galerie Greulich in der Fahrgasse und begeisterte die Besucher, vor allem ihre Lehrer.

Beeindruckendes Kunstwerk

„Wir fanden, dass es wegen seiner Vielschichtigkeit ein sehr beeindruckendes Kunstwerk ist“, sagt Harald Stripp. Dass diese Arbeit als fester Teil einen Platz im Schulalltag bekommen sollte, sei eine Entscheidung gewesen, die recht schnell gefallen sei.

Die Sicherstellung der Finanzierung, die mit fast 4000 Euro nicht wenig gewesen sei, und das Einholen der Genehmigungen indes habe Zeit gebraucht. Aus diesem Grund konnte die Arbeit erst jetzt fest installiert werden. Der Förderverein der Schule und der Ortsbeirat 2 haben sich für die Realisierung eingesetzt und das Projekt finanziell unterstützt. Dass ihr Kunstwerk – jetzt sogar in größerer Ausführung – fest als Objekt auf dem Schulhof dauerhaft zu sehen ist, ist für Yolande Belrose „ein unglaublich tolles Gefühl“. Als die Idee zum Werk entstanden sei, habe sie viel Druck gehabt, dieses Gefühl, nicht selbstbestimmt entscheiden zu können, habe in ihr das Bedürfnis erzeugt, auszubrechen im Sinne eines Akts der Befreiung – körperlich und geistig. So sei die Idee zu dem Fenster als symbolisches Bild entstanden.

Das aktuelle Kunstwerk steht auf einem Sockel, der nach rechts abfällt. Das soll den Rechtsruck, der sich derzeit durch unsere Gesellschaft zieht und die Gefahren, die davon ausgehen, visualisieren. „In den Herbstferien wurde die Arbeit auf dem Schulhof durch einen Maurermeister installiert. Er hat den Sockel gegossen und die verschiedenen Teile des Kunstwerks wieder zusammengeführt“, erklärt es Harald Stripp. Seitdem sei die Arbeit mit einer grünen Plane bis jetzt umhüllt gewesen.

„Wir finden, dass wir als Max-Beckmann-Schule auch ein Bekenntnis zur Kunst nach außen zeigen sollten“, sagt Stripp. Schließlich zählt der Namensgeber des Oberstufengymnasiums ja auch zu den größten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts.

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