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Magd Rashed (23) lebt in Bockenheim und studiert Umwelttechnik in Rüsselsheim.
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Magd Rashed (23) lebt in Bockenheim und studiert Umwelttechnik in Rüsselsheim.

Jung & engagiert

Bockenheim-Botschafter: „Jede und jeder kann etwas für seine Umwelt tun“

  • Judith Gratza
    VonJudith Gratza
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In seinen „Challenges“ lebt der Stadtteil-Botschafter Magd Rashed mit Jung und Alt eine Woche vegan oder bastelt mit Kindern Käfertunnel. Im Interview erklärt er, worum es dabei geht.

Herr Rashed, Sie setzen sich als Stadtteil-Botschafter für nachhaltiges Leben in Bockenheim ein. Warum?

Zu diesem Thema kam ich eher durch Zufall. Ende 2017 kam ich aus dem Jemen nach Frankfurt, um zu studieren. Bei einer Prüfung ging es um Klimawandel. Ich wusste gar nichts darüber, da es in meiner Heimat kein Thema ist. Als ich anfing, darüber zu lesen, dachte ich: Krass, wie schlimm es der Erde geht! Und habe mich weiter informiert. Dann kam der Moment, in dem ich selbst etwas tun wollte. Ich fing an, weniger Müll zu produzieren, fuhr mehr Fahrrad. Als ich in den Nachrichten hörte, dass zwei Drittel der EU-Bevölkerung bereit sind, im Alltag etwas zu verändern, um nachhaltiger zu leben, dachte ich, es wäre doch toll, in einer Gruppe zusammen zu handeln.

Durch Corona ging das aber nicht so ohne Weiteres, oder?

Richtig. Meine Vision war, dass man sich in Workshops trifft und austauscht, wie man umweltschonender und sparsamer leben kann. Durch Corona haben wir stattdessen Online-Workshops mit aktiven Veganern, Klimaaktivisten und Nachhaltigkeitsexperten gemacht. Und wir haben Ausflüge unternommen.

Was haben Sie alles gemacht?

Wir konnten zwei Mal beim Clean Up Day am Hafenpark Müll einsammeln, nahmen an einer Führung zu Biodiversität im Wissenschaftsgarten teil, bei einer Permakultur-Einführung ließen wir uns erklären, wie man Gärten sowohl hübsch als auch insektenfreundlich gestaltet und machten mehrere Challenges: etwa eine Woche vegan leben oder nur regionale Produkte einkaufen. Auf Whatsapp haben wir dann unsere Erfahrungen und Rezepte ausgetauscht. Jeder und jede hat sich über die neuen Anregungen gefreut. Zum Abschluss der Challenges gab es Gutscheine vom Unverpacktladen.

Eine Woche vegan leben – wie war das für Sie?

Das hat richtig Spaß gemacht und war eine tolle Atmosphäre. Es ist gar nicht so schwierig, für eine Woche vegan zu leben. Ich esse jetzt zwar wieder Fleisch, aber nur ganz wenig, so einmal im Monat vielleicht.

Wer macht bei Ihnen alles mit?

Das Stipendium

Seit 2007 unterstützt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft mit einem Stipendienprogramm junge Leute, ihre Ideen in Frankfurt umzusetzen. Bisher haben 165 Stadtteil-Botschafter:innen in 130 Projekten den Zusammenhalt in der Frankfurter Stadtteilen gestärkt.

Ende Oktober startet die Bewerbungsphase für das neue Stadtteil-Botschafter-Stipendium 2022/2023 . Anmeldeschluss ist der 15. Januar. Das Stipendienjahr beginnt Ende April 2022. Infos unter www.stadtteil-botschafter.de.

Die FR stellt in einer Interviewserie die aktuelle Stadtteil-Botschafter-Generation vor. 15 junge Leute im Alter zwischen 14 und 27 Jahren nehmen am Jahrgang 2020/21 teil. dit

Wir sind eine Gruppe von ungefähr 15 Leuten, sieben bis neun sind immer dabei. Manche sind in meinen Alter, manche sind um die 60, wobei ich überraschend fand, dass die älteren Leute am aktivsten sind.

Wie haben Sie die Leute für Ihre Idee gewinnen können?

Ich habe eine Mentorin von der Stiftung, die mich in allem begleitet und super unterstützt. Von ihr kamen drei, vier Leute zum Projekt, zwei stammen aus meinem Freundeskreis. Und wir haben Werbung in Nachhaltigkeitsgruppen wie WWF geschaltet.

Wie geht es weiter?

Derzeit bauen wir eine Totholzmauer in einem Garten hinter dem Bornheimer Friedhof, weil wir Insekten mehr Lebensraum bieten wollen. Nach den Ferien wollen wir mit Kindern zusammen im Kräutergarten „Grüner Daumen“ im Günthersburgpark einen Käferkeller bauen. Es gibt noch viele tolle Ideen. Daher wollen wir auch nach dem Stipendium weitermachen.

Was nehmen Sie bisher für sich aus dem Projekt mit?

Mir sind viele Sachen klar geworden, die ich vorher gar nicht wusste, die aber unsere Umwelt braucht. Jeder und jede kann etwas im eigenen Umfeld für seine Umwelt tun, auch wenn es noch so klein ist. Warum soll man dann also nicht gleich damit anfangen?

Interview: Judith Gratza

Wer sich Magd Rashed anschließen und bei seiner Nachhaltigkeitsgruppe mitmachen möchte, kann sich an ihn per Mail wenden. Die Adresse lautet: magd.rashed@web.de

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