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In den Räumen der Bibliothek ist zu wenig Platz.

Bockenheim

Frankfurter CDU stimmt gegen Erweiterung der Bibliothek in Bockenheim

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In einem Offenen Brief wird die  CDU aufgefordert, ihre Blockade-Haltung zu  überdenken.

Der Protest reißt nicht ab. Die CDU im Römer hat dagegen gestimmt, für die Bockenheim Bibliothek weitere Räume anzumieten (die FR berichtete). Die Stadtteilbibliothek hätte zur Zeit die Möglichkeit, geeignete Räume im gleichen Gebäude wie bislang zu beziehen, um nicht nur räumlich zu wachsen, sondern auch das pädagogische Angebot auszubauen.

Nun hat der Förderverein Lese-Zeichen, der die Einrichtung betreibt, der CDU einen offenen Brief geschrieben. Für die Bockenheimer sei die Bücherei ein „wichtiger Bildungs – Kultur und Begegnungsort“. Allerdings auf viel zu beengtem Raum, heißt es in dem Schreiben. Wenn die reguläre Ausleihe geöffnet hat, bleibe den Mitarbeitern kein Platz für andere Dinge – eben die pädagogische Arbeit, die in anderen Stadtteilbibliotheken selbstverständlich sei.

Platz für Arbeitsgruppen von Schülern: Fehlanzeige. Medienarbeitsplätze? „Es gibt keine Garderobe, keine Schließfächer, keine Sicherheitsgates, keinen Platz zum Abstellen von Kinderwagen, Rollatoren, Laufrädern.“

Aber eine günstige Gelegenheit: die kostengünstig anzumietenden Räume, die die entsprechenden Ämter begutachtet und für geeignet erklärt haben. Stadt und Vermieterin haben gar einen unterschriftsreifen Vertrag ausgehandelt. „Diese einmalige Gelegenheit droht an der ablehnender Haltung der CDU im Römer zu scheitern“, schreibt der Verein Lese-Zeichen.

Das verwundert nicht nur den Förderverein, auch die SPD im Römer ist entsetzt und hat das entsprechend kundgetan (die FR berichtete). Dem schließt sich nun die Linke im Ortsbeirat 2 an. „Unverständlich und ignorant“ sei die Haltung der CDU, heißt es in der Mitteilung. Die Partei zeige damit ihr Desinteresse an der seit vielen Jahren ehrenamtlich geleisteten Arbeit des Vereins Lese-Zeichen.

Der Ortsbeirat 2, und dort auch die CDU, fordere seit Jahren bereits, die Stadt möge die Bibliothek wieder übernehmen und finanziell besser ausstatten. Das Geld dafür sei im Haushalt 2019 bereits eingestellt. „Offenkundig ist das Projekt den koalitionsinternen Zwistigkeiten der drei Magistratsparteien zum Opfer gefallen“, schimpft die Linke. Zumal die Bockenheimer die höchsten Ausleihzahlen aller Stadtteilbibliotheken aufweise. „Die Bibliothek spielt in unserem wachsenden Stadtteil eine wichtige Rolle in der Leseförderung“, schreibt auch Ulrike Osterhage von der Buchhandlung Libretto (und Mitglied des Lese-Zeichens) an die FR. Sie erleichtere gerade Kindern, die keinen gefüllten Bücherschrank zu Hause hätten, den Zugang zu Büchern und damit zu einer umfänglichen Bildung. Auch ältere, in ihrer Mobilität eingeschränkte, Menschen versorgen sich dort mit Lesestoff. Vor Ort, ohne weite Wege zurücklegen zu müssen.

„Sie ist ein unersetzlicher Teil unseres kulturellen Lebens – ein Stadtteil ohne Bücherei ist gar nicht auszudenken.“

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