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Barrierefreiheit für Leipziger Straße

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Von: Boris Schlepper

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Enge Gehwege und Treppen vor Geschäften: Die Leipziger Straße ist nach Ansicht der Grünen im Ortsbeirat nicht überall barrierefrei.
Enge Gehwege und Treppen vor Geschäften: Die Leipziger Straße ist nach Ansicht der Grünen im Ortsbeirat nicht überall barrierefrei. © peter-juelich.com

Grüne im Ortsbeirat 2 wollen die Einkaufsmeile für Menschen mit Behinderung attraktiver machen. Ideen sollen bei einem Runden Tisch gesammelt werden.

Die Leipziger Straße ist für Menschen mit Behinderungen nach Ansicht der Grünen im Ortsbeirat (Bockenheim, Kuhwald, Westend) nur eingeschränkt nutzbar. Die Fraktion spricht sich deshalb in einer Vorlage dafür aus, die Einkaufsstraße zeitnah barrierefrei umzugestalten. Über den Antrag berät das Gremium in seiner kommenden Sitzung am Montag.

Vor kurzem habe es einen Stadtteilspaziergang mit der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft (FBAG) gegeben, sagt Katrin Haus. Dabei habe sich gezeigt, dass es auf der Leipziger Straße etliche Defizite gebe. Dazu zählten unter anderem versperrte oder zu enge Gehwege, zählt die Antragstellerin und Fraktionsvorsitzende der Grünen auf. Häufig seien Zugänge zu den Ladengeschäften und Restaurants nur über Stufen zu erreichen. Auch mangele es an barrierefreien Toilettenanlagen, das Blindenleitsystem an Straßenübergängen sei unzureichend.

Auch wenn das Problem nicht neu sei, besteht nach Ansicht von Katrin Haus „dringender Handlungsbedarf“. Aufgrund der bestehenden Barrieren sei Menschen mit Behinderungen eine Nutzung der Einkaufs- und Aufenthaltsmöglichkeiten in der Leipziger Straße aktuell nicht oder nur eingeschränkt möglich. Auch der Seniorenbeauftragte Hans Georg Gabler dränge darauf, dass die Straße barrierefrei umgestaltet werde.

Der Magistrat soll deshalb einen Runden Tisch „Barrierefreie Leipziger Straße“ einrichten, um mit den verschiedenen Interessensgruppen Lösungen zum Abbau bestehender Barrieren zu entwickeln, fordert Haus. Teilnehmen sollen neben dem Seniorenbeauftragten Vertreter:innen der FBAG, des Magistrats, des Ortsbeirats sowie der Gewebetreibenden.

Weitere Themen im Ortsbeirat 2

Der Drogenkonsum im südlichen Westend wird den Ortsbeirat ebenfalls in seiner kommenden Sitzung beschäftigen. Die CDU fordert den Magistrat in einem Antrag auf, bis März einen Runden Tisch mit Vertreter:inne des Sicherheitsdezernats, der Polizei, der Aufsuchenden Sozialhilfe, des Ortsbeirats sowie Anwohner:innen und Besucher:innen des Grüneburgparks einzurichten

Der Runde Tisch soll nach dem Willen der CDU ein Konzept zur Eindämmung der aus dem Bahnhofsviertel überschwappenden Beschaffungskriminalität, des öffentlichen Drogenkonsums, der angestiegenen Delikte im Grüneburgpark und nachhaltige Erhöhung des Sicherheitsgefühls schaffen.

Klagen von Anwohnenden sowie eine Stellungnahme der Stadtverordneten habe gezeigt, dass die Zahl von Straftaten im Grüneburgpark seit 2021 stark angestiegen sei, heißt es in der Begründung der CDU-Fraktion. 2019 habe es 19 Delikte gegeben, 2020 seien es 51 gewesen – 15 davon Körperverletzungen.

Stadträtin Annette Rinn (FDP) wird zu dem Thema Stellung nehmen. Sie wird die Sitzung des Gremiums besuchen und dort aus Ihren Zuständigkeitsbereichen Ordnung, Sicherheit und Brandschutz in Bezug berichten.

Der Ortsbeirat 2 trifft sich am Montag, 23. Januar, 19 Uhr, in der Evangelisch-reformierte Gemeinde, Freiherr-vom-Stein-Straße 8 (Westend). bos

Kai Waibel, der Zweite Vorsitzende des Bockenheimer Gewerbevereins, begrüßt den Vorstoß. Für Menschen mit Behinderung sei „jede Hilfe sinnvoll“. Sollte der Runde Tisch Ideen erarbeiten, wie die Situation verbessert werden kann, werde er sich beteiligen. 2003 schon habe der Gewerbeverein in dieser Sache bei der Stadt angefragt, ob die Bürgersteige angehoben werden könnten, um den Zugang zu den Geschäften zu erleichtern. Bei einigen sei dies auch umgesetzt worden, so Waibel, nicht aber bei seiner Metzgerei in der Leipziger. „Wir haben eine Klingel, falls wir jemanden nicht sehen, der vor unserer Türe Hilfe braucht.“

Otto W. Ziegelmeyer von der Internet-Plattform Bockenheim Aktiv, die seit 20 Jahren über das Treiben im Stadtteil berichtet, weist darauf hin, dass viele Geschäfte und Restaurants nur über Treppen zu erreichen seien. Alle mit Rampen auszustatten, sei nicht möglich. Sinnvoller sei es, das Problem mit „Herzlichkeit und Rücksichtnahme“ zu begegnen und einfach zu helfen.

Mit einem weiteren Antrag wollen die Grünen den Eingang zur Ladengalerie an der Leipziger Straße aufwerten. Derzeit seien die dortigen Einfassungen der Baumstandorte kaputt. Da diese nicht im öffentlichen Raum befinden, soll die Stadt den Eigentümer drängen, die nötigen Reparaturen vorzunehmen.

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