Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Stuart Sinclair leitete die Squash-Insel.
+
Stuart Sinclair leitete die Squash-Insel.

Bockenheim

Aus für Squash-Insel

Nach 40 Jahren wird die Squash-Insel in der Rossittener Straße abgerissen. Dort entstehen Mietwohnungen.

Eine Ära geht zu Ende: Die Squash-Insel Frankfurt schließt nach 40 Jahren mit einer großen Abrissparty am 31. Juli für immer ihre Pforten. Am 15. August rollen die Bagger an, reißen das Gebäude in der Rossittener Straße ab, damit Mietwohnungen entstehen können.

Gebaut wurde die Squash-Insel 1981. Der in Frankfurt lebende Österreicher Luggi Etschmann, dessen Frau Astrid selbst Squash spielte, baute die Anlage mit sieben Courts auf dem Grundstück der Familie Thiele. Um Leben in die Bude zu bekommen, lockte er den Ersten Frankfurter Squash-Club (EFSC), damals einziger Squash-Verein in Frankfurt, in die Anlage. Erster Höhepunkt war 1984 ein Schaukampf zwischen dem für den EFSC spielenden Nationalspieler Michael Schmoll und dem jungen Profi Stuart Sinclair.

Der Mann, der die Geschicke der Squash-Insel später lenkte, erinnert sich: „Ich kam 1983 als 17-Jähriger nach Lübeck, um als einer der ersten Profis überhaupt mein Glück in der Bundesliga zu versuchen. Luggi las in der Zeitschrift Squash Player, dass dort im Norden ein junger schottischer Profi spielt, kontaktierte mich und lud mich ein. Später fragte er mich, ob ich nicht nach Frankfurt wechseln wollte.“

Sinclair, damals Nummer 43 der Welt, sagte spontan zu, wurde Spieler und Trainer in der jungen Anlage. 1987 stieg der EFSC in die Bundesliga auf. Squash boomte damals. Doch die Anlage in der Rossittener Straße erfuhr einen Dämpfer. Während 1992 im neu gebauten Nordwestzentrum mit dem SC Monopol ein weiterer Frankfurter Verein entstand, blieb der EFSC in der „Insel“. Sinclair unterschrieb am 1. Oktober 2003 einen Pachtvertrag für zehn Jahre, den er später bis 2024 verlängerte. Der führende Club in Frankfurt war aber der SC Monopol, der mit den Herren wie Damen in der Ersten Bundesliga spielte. Dort war auch Sinclair aktiv, der aber Trainerstunden in seiner Insel gab. Nachdem der Verein einige Male seine Wirkungsstätte wechseln musste, holte der „Schotte“, wie Sinclair genannt wird, im März 2004 den SC Monopol in seine Anlage. Dort war der Verein bis jetzt beheimatet. Nun gehen die Spieler zum Makkabi Tennis & Squash Park nach Ginnheim.

Die Squash-Insel war beliebt. Wer spielen wollte, musste vorbestellen, die sechs Courts – der siebte wurde Fitnessraum – waren bis heute stets sehr gut frequentiert. 2013 stieg der SC Monopol wieder in die Bundesliga auf, in der er seitdem spielt. Großes Echo fanden die von dem Pächter eingeführten Turniere. „Da die Rechte an dem Namen Frankfurter Stadtmeisterschaft beim EFSC lagen, suchte ich einen prägnanten Namen“, sagt Sinclair. „Was lag für mich als Schotten näher als Dudel Open? Es war ein Turnier für Profis wie für Breitensportler. Über 150 Teilnehmer in sieben Klassen kämpften um die Titel.“

Sinclair lag auch die Geselligkeit am Herzen. Er führte Grillabende ein. Erst nur für die Sportler, dann auch für die Nachbarschaft. Auf dem Parkplatz gab es Essen, Trinken sowie im Zelt eine Leinwand mit Vorführungen und Musik. 2014 wurden in Deutschland Ranglistenturniere eingeführt, die Squash-Insel übernahm ein solches.

Im März 2020 kaufte eine Baufirma das Gelände sowie das Gebäude vom Verpächter ab. Im Mai 2021 wurde ein Aufhebungsvertrag des bis 2024 laufenden Pachtvertrages gegen eine Abfindung unterzeichnet. Bis zum 15. August muss das Gebäude leer sein. Sinclair hofft, als Manager für die Squashplätze dem Verein SC Monopol in den Makkabi Tennis & Sport Park folgen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare