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Aus 12.000 Steinen die eigene Schule gebaut

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Von: Sabine Schramek

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Lina (v. links), David, Björn Schaal, Christian Simon, Wolfgang Schubert, Judith Prager und Finn.
Lina (v. links), David, Björn Schaal, Christian Simon, Wolfgang Schubert, Judith Prager und Finn. © Hamerski

14 Schülerinnen und Schüler bilden im Lego-Projekt ihr Container-Gymnasium am Römerhof nach.

Lina, David und Finn aus der 5c sind stolz. „Wir haben alle alles zusammen gemacht“, erzählen die drei Elfjährigen mit leuchtenden Augen. Vier Monate lang haben sie gemeinsam mit elf Schülerinnen und Schülern der fünften bis siebten Klassen aus 12 000 Einzelteilen jede Woche zwei Stunden lang das Gymnasium am Römerhof im Maßstab 1:63 nachgebaut. Inklusive Bäumen, Fahrradständern und Basketballkörben im Schulhof.

„Das hat voll Spaß gemacht“, strahlt Lina. Die beiden Jungs nicken begeistert. Das Bauwerk ist 1,30 Meter lang, 1,20 Meter breit und 40 Zentimeter hoch und zeigt die vier provisorischen Container-Gebäude, in denen Frankfurts jüngstes Gymnasium, das 2018 eröffnet wurde, noch untergebracht ist. Bis 2025 soll nach den Planungen der Stadt in direkter Nähe ein Neubau in Holzmodulbauweise entstehen.

„Dort soll das Lego-Modell dann in einer Vitrine im Foyer stehen“, erzählen die Kinder. Möglich wurde das Projekt durch den noch jungen Frankfurter Lego-Verein „Born2Brick“ mit Sitz in Griesheim. Wolfgang Schubert und Christian Simon haben den Vorschlag gemacht, ehrenamtlich die AG zu leiten. Der Förderverein des Gymnasiums hat die neuen und gebrauchten Bausteine mit 1200 Euro finanziert. Begeistert sind alle vom Ergebnis. „Ich freue mich sehr, dass die Container so detailliert getroffen sind“, sagt Schulleiterin Judith Prager. „Es ist schön und wichtig, dass die Kinder nachmittags nicht nur lernen, sondern auch kreativ können.“

Die Schüler:innen haben jeden Dienstag in der achten und neunten Stunde die Teilchen zusammengefügt. „Auch das Miteinander ist ein schönes Erlebnis für alle“, so Björn Schaal, der Mitglied der Schulleitung ist. Das sehen auch Lina, David und Finn so: „Zu Hause bauen wir auch mit Lego-Steinen, aber hier mit den anderen, ist es noch viel toller.“ Für die AG angemeldet haben sie sich, „weil wir etwas Neues ausprobieren wollten“, erzählt Finn.

An der Schule gibt es noch eine weitere Lego-AG mit Robotics. Mit einem Lehrer können die Kinder aus Bausteinen und Sensoren Roboter bauen und programmieren lernen. Die AG darf sogar mit ihrem Mathelehrer an der National Robotic Week teilnehmen. Finn und David hatten sich auch dort angemeldet. „Das wollten aber so viele machen, dass nachher sogar Listen aushingen, wer nicht mit dabei sein kann“, erzählt David. Sie bereuen nicht, dass sie statt Robotern ihre Schule nachgebaut haben. Ideen für weitere Lego-AGs haben die drei auch schon.

Christian Simon vom Lego-Verein habe gesagt, „dass wir nächstes Schuljahr vielleicht den Bauernhof, den echten historischen Römerhof, nachbauen können“, erzählt Finn. „Ich würde auch total gerne die Schule von innen bauen“, schlägt Lina vor. „Dann müsste es aber bestimmt größer sein“, vermutet die Elfjährige. Der Vorschlag gefällt auch den Männern vom Verein „Born2Brick“ und sie überlegen. „Viel größer muss es gar nicht sein. Das würde schon gehen, wenn man zum Beispiel ein Klassenzimmer baut“, sagt Simon. Die Kinderaugen strahlen.

Sie können es gar nicht abwarten, weiterzumachen. Auch der Gedanke, später ihr Kunstwerk im Foyer ausgestellt zu sehen, finden sie toll. Vorbild für die neue Schule mit Sporthalle, die am Rande des Rebstockparks nördlich des Provisoriums auf dem heutigen Tennenplatz entstehen, soll, ist der Schulcampus Westend an der Miquelallee, mit dem Adorno-Gymnasium und der Holzhausenschule, der 2019 fertiggestellt wurde.

Dann können Schülerinnen und Schüler noch ein Gymnasium am Römerhof maßstabsgetreu mit braunen statt grauen Legosteinen bauen.

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