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Immer wieder werden Bäume des Rebstockwäldchens für Wohnraum und Straßen gefällt.
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Immer wieder werden Bäume des Rebstockwäldchens für Wohnraum und Straßen gefällt.

Bockenheim

Angst um das Rebstockwäldchen

  • VonMatthias Bittner
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Der Ortsbeirat streitet um den Erhalt des Rebstockwäldchens im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Die SPD ist dafür auf einer Fläche von 3700 Quadratmetern eine wohnortnahe Grundschule zu errichten, die Grünen wollen die Bäume erhalten.

Mit seinem Argument, auf ein 3700 Quadratmeter großes Stück des Rebstockwäldchens könne guten Gewissens verzichtet werden, weil darauf später eine Grundschule gebaut werden soll, machte sich Martin Völker, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) keine Freunde bei der Grünen-Fraktion. „Umweltschutz gegen Soziales auszuspielen, halte ich für unangebracht. Es macht Sinn, das Wäldchen in Gänze zu erhalten. Es ist ein Kaltluftentstehungsgebiet und zuletzt schon ziemlich geschrumpft“, erwiderte Carola Scholz.

Eingebüßt hat das Wäldchen tatsächlich immer wieder kleine Stücke, für Wohnraum und Straßen. Bewohner:innen hatten das auch beklagt. Unmittelbar bevor steht nun zwischen Leonardo-da-Vinci-Allee, Am Römerhof und dem Zubringer zur A 648 der Bau für 950 Wohnungen. Die Grünen wollen mehr Bepflanzung im Quartier und die Abholzung des Wäldchens stoppen.

„Wir finden es in Ordnung, dass Wohnungen gebaut werden. Aber eine so hohe Dichte muss kompensiert werden“, warb Scholz um Zustimmung für Vorschläge, die die Lebensqualität der Menschen steigern sollen.

Den meisten Punkten stimme die SPD ja zu, so Völker. Beim Rebstockwäldchen sei man aber anderer Meinung; wohnortnahe Grundschulen seien wichtig. Er schlug deshalb als Kompromiss vor, die 3700 Quadratmeter Wald wie geplant abzuholzen, im Gegenzug die geplante Schule aber als Pilotprojekt in Holzbauweise zu errichten. Beide Punkte wurde getrennt abgestimmt – Abholzungsstopp und Holzbauweise fielen durch.

Axel Kaufmann (CDU) erinnerte daran, dass das Verfahren weit fortgeschritten sei. Trotzdem wurden einige Änderungswünsche mehrheitlich auf den Weg gebracht. So soll unter anderem ein Erdwall als Lärmschutz für die Bewohner:innen eines 290 Meter langen Wohnriegels entlang der A 648 errichtet werden.

Geprüft werden soll auch, ob auf dem Quartiersplatz mehr Bäume gepflanzt werden können – die geplante Tiefgarage verhindere dies. Der Bedarf an Stellplätzen soll nochmals geprüft werden, Parkplätze sollen möglichst nur unterirdisch entstehen.

Einstimmig wurde zudem entschieden, dass der Quartiersplatz den Namen von Sally Ride tragen soll. Die Astrophysikeri war die erste US-Astronautin, lebte mit einer Frau zusammen und starb 2012. Damit soll ein Zeichen für Diversität und Toleranz gesetzt werden. Ursprünglich sollte der Platz Lindbergh-Platz heißen. Das lehnte das Gremium ab, weil sich Charles Lindbergh, Oberst der US-Luftwaffe, im Zweiten Weltkrieg antisemitisch geäußert hatte.

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