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Der Feldbahnmuseumsverein ist seit drei Jahrzehnten am Rand des Rebstockparks zu Hause.

Bockenheim

Wohnungen am Feldbahnmuseum Frankfurt: Angst vor Konflikten

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Neben dem Feldbahnmuseum entstehen tausende neue Wohnungen. Der Verein fürchtet, dass Anwohner sich gestört fühlen.

Wenn am Feldbahnmuseum gearbeitet wird, kann es schonmal laut zugehen. Da sind nicht nur die Pfiffe und das Zischen der Dampf-Loks zu hören, die an Besuchertagen im gemächlichen Tempo an Kleingärten vorbei durch den Rebstockpark rauschen, sondern etwa auch die pressluftbetriebenen Stopf-Hämmer, mit denen Gleisarbeiten verrichtet werden.

Davon berichtet am Samstag Rüdiger Fach, Vorsitzender des Frankfurter Feldbahnmuseums-Vereins. Auch an diesem Tag werkeln einige der 150 Vereinsmitglieder an Maschinen und Gleisen. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist der Verein auf dem städtischen Gelände am südlichen Rand des Rebstockparks angesiedelt, wo er drei Hallen betreibt, in denen mehrere Dutzend Dampf-, Diesel- und andere Schmalspur-Lokomotiven restauriert und für Fahrten hergerichtet wurden und werden. 10 000 Quadratmeter umfasst das gesamte Areal an der Straße Am Römerhof.

Links und rechts des Geländes, direkt ans Museum angrenzend, plant die Stadt mehrgeschossige Häuser mit rund 2000 Wohnungen. Daher hat der Vereinsvorstand eingeladen, um seine Sicht zu den Planungen zu schildern. „Wir begrüßen die Bebauung des Rebstock-Areals“, sagt Fach. Nur über das Wie müsse gesprochen werden. Er fürchtet, dass sich künftige Anwohner belästigt fühlen könnten, wenn am Museum lautstark gearbeitet werde. „Das Pfeifen der Loks kann man vielleicht noch als angenehm empfinden, aber wenn zweimal pro Woche ein Stopf-Hammer rattert, ist das mit einer so nahen Wohnbebauung nicht kompatibel“, sagt er.

Als eine Idee schlägt der 52-Jährige einen „200 Meter breiten Schutzstreifen“ an beiden Grundstücksgrenzen vor. Indem die Streifen als Auto-Stellplätze genutzt würden, könne gleichzeitig die Parkplatznot, die an den zwölf jährlichen Besuchertagen herrsche, gelöst werden. Bis zu 12 000 Besucher, größtenteils Familien aus der Stadt und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet, kämen pro Jahr, um „Technik zum Anfassen zu erleben. Mit jährlichen rund 14 000 Euro städtischen Zuschüssen und viel ehrenamtlicher Arbeit zähle das Museum zu den günstigsten in Frankfurt.

Statt Wohnhäusern in unmittelbarer Nachbarschaft, stellt sich der Vereinsvorsitzende vor, könnten Gewerbeimmobilien nebenan errichtet werden. „Dann könnten wir an dem Standort verbleiben“, so Fach. Eine weitere Möglichkeit sieht er in einem Umzug des gesamten Feldbahnmuseums. Als alternativer Standort könnte eine Fläche oberhalb der Bezirkssportanlage, am westlichen Rand des Rebstockparks dienen oder ein LKW-Parkplatz, zwischen der Ursinusstraße und der Autobahn 648, der zur Messe gehöre.

In jedem Fall benötigen die Feldbahner einen Zugang zum Rebstockpark, durch den die Gleise für Ausfahrten verlegt sind. Fach schätzt die Kosten für eine Verlegung auf fünf bis sieben Millionen Euro. Durch den Verkauf der Wohnungen, die dann auf dem alten Museums-Areal gebaut werden könnten, sei eine Kostendeckung für einen Umzug möglich, sagt er.

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