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Der Campus Bockenheim soll neu gestaltet werden, Pläne gibt es viele, passiert ist bislang nichts. 

Bockenheim

Bockenheim: Kulturcampus machbar

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Kulturdezernentin Ina Hartwig gibt sich zuversichtlich für das Projekt auf dem Uni-Gelände in Bockenheim. Die Zustimmung des Landes fehlt allerdings noch.

Ein Raunen geht durch den Saal, als Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirat 2 in Bockenheim – erklärtermaßen mit Stolz – verkündet: Der Kulturcampus inklusive Hochschule für Musik und darstellende Kunst (HfMdK), Zentrum der Künste und Wohneinheiten ist machbar.

Aktuell fehle nur noch die endgültige Zustimmung des Landes. Das sei noch mit der Sichtung der Machbarkeitsstudie, die Hartwig gemeinsam im Herbst 2018 in Auftrag gegeben hatte, beschäftigt. „Wir können die Ergebnisse deshalb noch nicht vollständig veröffentlichen“, so die Kulturdezernentin. Sobald das aber geschehen sei, werde man das Projekt für einen internationalen Architektenwettbewerb ausschreiben.

Die Zustimmung aller Parteien sei notwendig, da, während das Zentrum der Künste ein Projekt der Stadt ist, die HfMdK als Hochschule dem Land untersteht.

Im Ortsbeirat kommen die Pläne zwar gut an, indes herrscht Skepsis, inwieweit man auf die Planungen wirklich bauen kann. „Seit 2011 diskutieren wir, Wohninitiativen planen ihren Einzug - alles was bisher passiert ist, ist der Abbau des Springbrunnens“, sagt Maria-Christina Nimmerfroh von der FDP-Fraktion.

Die Zeitplanung sei, Hartwig zufolge, vom Land abhängig, da bevor tatsächlich etwas geschehen kann, die verbliebenen Fachbereiche der Goethe-Universität aus dem Juridicum an den Campus Westend ziehen müssen.

„Die Machbarkeitsstudie zeigt nun, dass alle geplanten Institutionen auf dem Areal Platz finden können, vorausgesetzt, sie arbeiten in der Platzaufteilung gut zusammen und bilden Synergien“, erklärt Hartwig. Gemeint ist damit ein gemeinsamer Bauplan, der – entsprechend dem Campuskonzept – auch eine vielseitige Raumnutzung für die Hochschule und die Initiativen vorsieht.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem Frankfurter OB Peter Feldmann zur Wohnungspolitik

Wie genau diese eine „synergetische“ Nutzung aussehen soll, werde sich dann durch die Entwürfe der Architekten, die ihre Vorschläge im geplanten Wettbewerb einreichen, klären.

Geplant ist dabei ein kompletter Neubau. Eine Umnutzung, zum Beispiel des Juridicums, sei nicht vorgesehen. Stattdessen soll das Zentrum der Künste im östlichen Bereich des Campus Platz finden. Zu den Institutionen des Zentrums, die auch bisher allesamt von der Stadt bezuschusst werden, zählen etwa das Orchester Ensemble Modern oder die Junge Deutsche Philharmonie.

Im LAB-Saal soll das Frankfurt LAB, als Raum für künstlerische Experimente, unterkommen. Auch das Institut für empirische Ästhetik soll auf das Gelände übersiedeln. „Wir hoffen auch, dass sich auf dem Gelände gemeinsame Projekte der Künste mit den Naturwissenschaften im Senckenberg ergeben“, erklärt Hartwig auf Nachfrage aus dem Ortsbeirat. Bestehen bleiben wird das Studierendenhaus. Dort soll das Offene Haus der Kulturen einziehen, das dort vor allem Veranstaltungsräume für soziale und kulturelle Einrichtungen aus der Stadt selbstverwaltet zur Verfügung stellen will. Westlich davon, angrenzend an die Gräfstraße, sollen die Wohnprojekte Raum finden. Hartwig schließt auch die zeitweise Nutzung des Geländes für die städtischen Bühnen in unbestimmter Zukunft nicht aus.

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