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Elke Naumann betreibt das Spiele-Café seit 21 Jahren. 

Bockenheim

Bockenheim: Kinder-Café Zebulon vor dem Aus

Inhaberin Elke Naumann kämpft in der Grempstraße ums Überleben ihres Betriebes.

Naumanns Café ist stimmungsvoll eingerichtet, überall sind Spielsachen zu sehen und der genannte Indoor-Spielplatz verfügt über eine eindrucksvolle Rutsche mit Empore, Matten und Kuscheltiere. „Das Café ist so alt wie meine Tochter, 21 Jahre“, erläutert sie. „Sie war mein zweites Kind und mir fiel auf, dass es extrem schwierig war, ein kindgerechtes Café zu finden. Damals durfte ja überall noch geraucht werden“, erinnert sie sich.

Deshalb wagte sie 1999 den Schritt in die Selbstständigkeit. Kein ganz leichter Weg für die Diplom-Pädagogin, über das Führen eines gastronomischen Betriebes hatte sie wenig gewusst. Doch etwas muss sie richtig gemacht haben. Viele Konkurrenten hätten Naumanns Konzept nachgeahmt, wie sie erzählt, seien aber nach Monaten gescheitert.

„Ich führe das Café als Ein-Frau-Betrieb. Die Verwaltung, das Einkaufen, das Backen, das Bedienen. Das mache alles ich. Das war immer eine gewisse Gratwanderung, aber es hat geklappt“, erklärt die Frankfurterin nachdenklich. „Mir ist das Ganze schon sehr ans Herz gewachsen.“ Sie sehe ihr Café weniger als Gastronomie-Betrieb, sondern mehr als pädagogische Begegnungsstätte, die beides verbindet.

Oft fragen Institutionen bei ihr an, die nach geeigneten Orten suchen, wenn etwa Pflegekinder ihre wirklichen Eltern kennenlernen sollen. Neben den üblichen Angeboten eines Cafés bietet Naumann im Zebulon Sonntagmorgens Frühstück und Geburtstagsfeiern an. Was das angehe, laufe ihr Café gut. Vor allem im Winter.

Außengastro kaum bekannt

Doch ihr Betrieb leidet seit der Gründung des Geschäfts an einem natürlichen Nachteil, den ihr Konzept mit sich bringt und der die Inhaberin bald zwingen könnte, ihr Café zu schließen. „Im Sommer gehen die Familien auf die Spielplätze, dann muss ich den Laden oft geschlossen lassen, da ich nicht nur für ein oder zwei Gäste öffnen kann“, bedauert Naumann. Schließlich müsse sie auch für wenige Gäste ein volles Sortiment und mehrere Kuchen bieten.

„Das kann ich ja dann nicht alles wegwerfen, wenn an einem Sommertag wenige bis keine Gäste kommen“, beschreibt sie. Dieses Problem habe sich wegen des langen Sommers 2018 derartig zugespitzt, dass sie mit ihrem Geschäft ins Minus gerutscht sei. Sollten diesen Sommer nicht mehr Familien ihr Café besuchen, müsse sie in den kommenden Monaten schließen, schildert Elke Naumann.

Dabei können ihre Besucher auch draußen sitzen. „Der Hof ist ummauert, bietet viel Platz, Spielsachen, sonnige und schattige Plätze“, sagt Naumann und weist durch eines der großen Fenster auf den ruhigen Hof vor dem Laden in der Grempstraße. „Die Kinder können dort mit Bobbycars flitzen, Autos fahren zu den Café-Öffnungszeiten auch nicht auf die Parkplätze.“

Warum der großräumige und für Kinder sichere Außenbereich den Familien nicht im Gedächtnis bleibe, sei ihr ein Rätsel: „Oft sind im Winter Eltern hier, die dann völlig erstaunt sind, wenn ich erzähle, dass ich im Sommer draußen dieses Angebot habe“, wundert sich Naumann.

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