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Das KoZ soll eine Art Mensa-Café für die ansässigen Gruppen werden. 

Bockenheim

Bockenheim: Haus der Kulturen in den Startlöchern

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Verein „Offenes Haus der Kulturen“ wartet auf den Auszug des Asta. Räume für politische und soziale Gruppen.

Der Verein „Offenes Haus der Kulturen“ präsentierte 2011 zum ersten Mal seine Ideen für eine Anschlussnutzung des Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim. Nun acht Jahre später ist die Gruppe ihrem Ziel, das Gebäude weiter als Begegnungsort für selbstverwaltete Initiativen zu nutzen, zum Greifen nahe: Seit Juni steht das endgültige Konzept, das der Verein am Montagabend in der Sitzung des Ortsbeirat 2 vorstellte.

In dem Haus soll es zukünftig Räume für politische, soziale und künstlerische Gruppen geben. Auch das KoZ im Erdgeschoss soll als eine Art Mensa-Café für die ansässigen Gruppen aber auch die Stadtgemeinschaft genutzt werden. Der Festsaal im ersten Stock soll weiterhin für größere Veranstaltungen vermietet werden. Das in dem Haus untergebrachte Wohnheim des Studierendenwerks sowie die Kita bleiben ebenfalls. Zusammen wollen die drei Einrichtungen eine GmbH bilden. Lediglich die Kirche, die aktuell noch Räume gemietet habe, zieht aus.

„Wir wollen dabei – im Gegensatz zum Saalbau – die Räume selbst demokratisch nutzen“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Tim Schuster, das Konzept. Es werde damit auch weiter im Sinne seiner Planer, dem ehemaligen Universitätspräsidenten und Soziologen Max Horkheimer sowie seinem Kollegen Theodor W. Adorno, weitergenutzt, die das Gebäude zur demokratischen Selbstbildung deutscher Nachkriegsstudenten vorsahen.

Das Gebäude will der Verein durch eine Erbpacht für einen Euro pro Jahr von der Stadt erwerben. Die Kosten für den Umbau und die Instandhaltung beliefen sich bis 2030 auf etwa 8,6 Millionen Euro, circa 6 Millionen sollen davon über einen Bankkredit finanziert werden, der Rest über Spenden und Zuschüsse. Eine Unterfinanzierung von knapp 600 000 Euro soll durch die Stadt ausgeglichen werden. „Alles worauf wir jetzt noch warten ist der Umzug des Asta in ein neues Studierendenhaus auf dem Campus Westend“, so Schuster.

Dieser gestaltet sich jedoch schwierig, da der Studierendenausschuss (Asta) im Februar dieses Jahres den Umzug in das geplante Studierendenhaus auf dem Campus Westend unter den aktuellen Bedingungen abgelehnt hatte. Am neuen Standort hatten Anwohner der Sioli- und Wismarer Straße gegen den Bau geklagt und das Verbot einer „lärmintensiver Nutzung“ nach 22 Uhr durchgesetzt.

Ursprünglich sollte das Gebäude mit einer Lärmschutzmauer von den Wohnhäusern getrennt werden, aktuelle Planungen bezogen diese Mauer aber vorerst nicht in den Bau mit ein. Der Asta wartet nun auf eine Änderung der Pläne, erst dann will er zustimmen und nach Fertigstellung des Neubaus in Bockenheim ausziehen. 

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