Bockenheim

Bockenheim: Angst ums Rebstockwäldchen

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Die Anwohner am Rebstock kämpfen weiter um ihre Bäume. Die Stadt will Bäume fällen, um dort 1000 weitere Wohnungen zu ermöglichen.

Die Bewohner des Rebstockgebiets kämpfen weiter um ihr Wäldchen. Die rund 4000 Quadratmeter wildes Grün zwischen A 648, Leonardo-da-Vinci-Allee und Angelika-Machinek-Straße möchte die Stadt mit 1000 Wohnungen verbauen. Außerdem dort eine Erweiterungsfläche für die nahgelegene Viktoria-Luise-Schule bereit halten.

„Die Planung scheint nicht ausgegoren zu sein“, bemängelt Steffen Esche von der BI Rebstockwäldchen in der Sitzung des Ortsbeirats 2 am Montag. „Erst sollte eine Kita entstehen, jetzt eine zweizügige Schule.“ Dabei liege der Römerhof in der Nähe. Dort entstünden Schulen, die doch größer gebaut werden könnten, regt Esche an.

Auch der Ortsbeirat ist nicht überzeugt von den Plänen. Die Abstimmung über den Magistratsbericht zur Änderung des Bebauungsplans hat das Gremium wieder vertagt. Es sei kein Trost, dass die Stadt an anderer Stelle Ersatz für die Bäume schaffen wolle, bemängelt Hans-Jürgen Hammelmann (Linke). „Das dauert 20 Jahre, bis die Bäume adäquater Ersatz sind.“

Martin Völker (SPD) warnt, die Politikfelder gegeneinander auszuspielen. „Wir brauchen Grün und Waldflächen.“ Es gebe aber auch Bedarf an bezahlbaren Wohnungen und Schulplätzen. Uneins ist sich der Ortsbeirat in der Bewertung des geplanten Gebäudes an der Autobahn. „Menschen sind doch nicht lebendiger Lärmschutz“, schimpft Hammelmann. CDU und SPD verweisen dagegen auf den Hochhausriegel an der A66 bei Unterliederbach. Dort liegen Funktionsräume wie Toiletten oder Treppenhäuser zur Autobahn hin. Die Lebensräume der Menschen öffnen sich zur Siedlung Engelsruhe. „Die Leute wohnen gerne dort“, sagt Susanne Däbritz (SPD).

Die „vielen Fragen“, wie Thomas Gutmann von den Grünen sagt, werden die Ortsbeiräte noch mit sich herumtragen. Bis Vertreter des Magistrats die Pläne offiziell vorstellen. In einer separaten Sitzung wird die Stadt Pläne für den neuen Quartiersplatz präsentieren. „Lindbergh-Platz ist nur ein Arbeitstitel“, sagt Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU). „Leben“ wünscht sich Anwohner Esche zwischen den Wohnblocks. sky

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