Eckenheim

Streit um Ladezone geht weiter

  • schließen

Spediteure ignorieren die Weisung, nicht mehr vor dem Autohaus Euler abzuladen. Anwohner sind sauer, das Straßenverkehrsamt ist unzufrieden.

Im Streit um eine Ladezone für das BMW-Autohaus Euler in der Karl-von-Drais-Straße schien eine Lösung gefunden. Interimsweise sollten die neu angelieferten Fahrzeuge in der Hügelstraße entladen werden, bevor dann direkt vor dem Unternehmen eine entsprechende Zone errichtet wird. So lautete ein Beschluss des Ortsbeirates 10. Doch geändert hat sich bis jetzt noch nichts.

Benjamin Schmitt ist sauer. Er ist einer der Anwohner, die sich seit Wochen ärgern, weil Speditionen die Autos im absoluten Halteverbot abladen. Das geschah gegenüber des Autohauses, Radfahrer und Kinder gerieten dadurch immer wieder in Gefahr. Über die geplante Lösung war er froh. Doch nun zeigt sich, dass „Geh- und Radweg weiterhin täglich systematisch von den Lieferfahrzeugen zugestellt“ werden, wie Schmitt sagt.

Fotos, die der FR vorliegen, belegen das. Er sei „wirklich fassungslos, wie das über Monate von Polizei und städtischen Behörden hingenommen wird“.

Eine dieser städtischen Behörden ist das Straßenverkehrsamt. Dessen Sprecher Ingmar Bolle bestätigt den Sachverhalt. Eine legale Möglichkeit, die Laster zu entladen, wurde auf der Hügelstraße eingerichtet, doch „sie wird momentan offenbar nicht genutzt, weil die Spedition sich wohl weigert und nicht mit dem Autohaus Euler kommuniziert, wie uns von dort mitgeteilt wurde“. BMW Euler selbst will sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Dafür sagt Ingmar Bolle, dass die aktuelle Situation „weder von der Firma Euler noch vom Straßenverkehrsamt so akzeptiert“ werde. Das Autohaus habe daher „ausdrücklich um regelmäßige Bestreifung“ gebeten, dem die städtische Verkehrspolizei auch „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ nachkomme, so Bolle. Alles in allem sei es ein „nach wie vor unbefriedigender Sachstand, von dem wir hoffen, dass er sich ändert“.

Das hoffen auch Benjamin Schmitt und seine Mitstreiter. Sie hatten viel Hoffnung in die Interimslösung gesteckt. Doch „de facto hat sich seit Monaten nichts an dieser widerrechtlichen Situation geändert und täglich werden Radfahrer, Fußgänger und Kinder unnötigerweise gefährdet“, so Schmitt. Peter Josiger, dessen Kinder die Karl-von-Drais-Straße als Schulweg nutzen, ist genauso verärgert. Er hält die Forderung von Euler nach mehr Streifen für eine „Nebelkerze“, kann auch keine verstärkte Präsenz erkennen. Seiner Meinung nach mache es sich das Unternehmen zu einfach, „wenn es die Schuld jetzt auf die Speditionen schiebt“. Er sieht ein grundsätzliches Problem, „weil Falschparken immer mehr als Kavaliersdelikt abgetan wird, nicht nur in Eckenheim.“

Benjamin Schmitt hat für die Situation und die vermeintliche Hilflosigkeit der Beteiligten nur ein Wort übrig: Es sei ein „Trauerspiel“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare