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Rund 6000 Kinder besuchen die Einrichtung am Lohrberg im Jahr.

Seckbach

Blütenfest, ganz international

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Zum Saisonauftakt auf dem Lohrberg feiern Japaner im Mainäppelhaus mit. Es gibt Tanz und Teigtaschen aus Yokohama.

Am meisten verwundert waren Jule und Lena über die Mülleimer. Die nämlich habe es in den Straßen Yokohamas überhaupt nicht gegeben. „Und trotzdem war es sauber“, sagt Jule. Eine Woche haben die Schülerinnen im vergangenen Jahr in der Millionenmetropole verbracht. Wer möchte, dem erzählen sie am Sonntag beim Blütenfest des Mainäppelhauses auf dem Lohrberg von ihren Eindrücken in Frankfurts Partnerstadt. Ein Hauch Fernost zwischen Apfelwein und Bratwurst.

„Wir haben uns dieses Jahr überlegt, mal einen internationalen Touch mit einzubringen“, erklärt Gerhard Weinrich, Vorsitzender des Vereins. In den letzten Jahren seien immer wieder Gäste aus China, Japan, Südamerika aber auch Afrika zum Saisoneröffnungsfest auf dem Lohrberg gekommen – warum diese also nicht gezielt mit einbinden?

Konkret ist das Frankfurt Yokohama Citizens Network mit einem Stand auf dem Blütenfest zugegen. „Yokohama hat ein ausgeprägtes Nachhaltigkeitskonzept, das passt gut hier auf den Lohrberg“, sagt Marcus Gärtner vom Network. Geboten werden traditionell-japanischer Tanz, entsprechende Speisen und Getränke.

Erik Schächer sitzt nur unweit des Essenstandes, in der Hand Gyoza, japanische Teigtaschen. Sein Urteil: „Sehr lecker.“ Dass er am Lohrberg ist, sei Zufall. Er habe eine Wanderroute um Frankfurt herum ausprobieren wollen und sei dabei auf dem Fest gelandet. Das scheint vor allem Ziel etlicher Familien zu sein.

„Wir haben hier sehr viele junge Menschen“, sagt Weinrich. Fünf Umweltpädagogen würden sich um die 6000 Kinder im Jahr kümmern und entsprechende Kurse anbieten. Doch auch junge Erwachsene, das zeigten ausgebuchte Gruppenkurse der letzten Jahre, würden sich verstärkt für Streuobst und die Kelterei interessieren. Weinrich glaubt, das hänge einerseits mit dem stärker werdenden regionalen Interesse junger Menschen zusammen, andererseits mit der Nachfrage nach Frische und gutem Geschmack. Günter Noll kommt vor allem der guten Luft und des Ausblicks wegen auf den Lohrberg und zum Mainäppelhaus. Zum Blütenfest hat er sein Enkelkind mitgebracht, „dann sieht es auch das alles hier mal“, sagt Noll.

Leute sitzen auf der Bank, genießen den Ausblick. Eine Gruppe Japaner hat sich gerade Bratwurst und Brötchen geholt. Vor dem Verzehr wird das Essen noch fotografisch festgehalten.

Weinrich ist zufrieden mit dem Mainäppelhaus, ein Erfolgsmodell sei das. Die Blütezeit dieses Jahr habe überdies 14 Tage eher begonnen als sonst, „doch die Frostnächte wurden gut überstanden“, das sei das Wichtigste. „Wir sind eigentlich ganz glücklich“, sagt Weinrich und blickt positiv auf die Saison, die bis in den Oktober hineingehen wird.

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