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Da ist Abtanzen angesagt. Die Bühne in der Niddastraße dürfte auch in diesem Jahr ein beliebter Treffpunkt sein.

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Viel los bei Bahnhofsviertelnacht in Frankfurt 

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Die Frankfurter Bahnhofsviertelnacht ist mehr als Party. Fast fünfzig Anrainer werden ihre Türen öffnen. Es werden 50 000 Besucher erwartet.

Der Yok-Yok-Kiosk von Nazim Alemdar in der Münchner Straße hat Kultstatus. Alemdar kennt sein Quartier, in dem mehr Ausländer als Deutsche leben, seit 40 Jahren. Es gebe „keine nationalen Unterschiede“, sagte Alemdar am Freitag auf einer Pressekonferenz: „Wir sind alle Frankfurter.“ Der 54-Jährige lobt das „harmonische Zusammenleben“ der circa 3500 Bewohner.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Tourismus-Geschäftsführer Thomas Feda, die das Programm der 12. Bahnhofsviertelnacht vorstellten, schwärmten ebenfalls von dem besonderen Flair, der Weltoffenheit und der Vielfalt im Quartier. Es sei Frankfurts „urbanstes Viertel“ und für viele Touristen zur Attraktion geworden.

Feldmann berichtete, wie sich die Kaiserstraße und die Münchner Straße, „die beiden Hauptachsen“, in den vergangenen Jahren verändert hätten. Und dass er von vielen Gewerbetreibenden aufgefordert werde, den Prozess der Aufwertung zu entschleunigen, um den Anstieg der Mieten zu verhindern.

Am Donnerstag , 15. August, 18 Uhr beginnt die zwölfte Bahnhofsviertelnacht mit einem Auftritt von Sängern der Oper Frankfurt auf der Bühne im Hof der Weißfrauen Diakoniekirche in der Weserstraße 5.

Fast fünfzig Gewerbetreibende, Verbände und Institutionen stellen sich vor. Es wird eine Vielzahl von Führungen angeboten, die über die Internetseite http://bahnhofsviertel-ffm.de gebucht werden können.

Erwartet werden 50 000 Besucherinnen und Besucher, die um 24 Uhr das Viertel wieder verlassen sollen. ft

Thomas Feda, für den die Bahnhofsviertelnacht auch ein Heimspiel ist – sein Büro liegt in der Kaiserstraße –, sieht sich mit der besonderen Herausforderung konfrontiert, nicht etwa, wie bei anderen Festen, Buden zu vermieten und das Programm zu gestalten – er kann zusammen mit den Ordnungsbehörden nur die Rahmenbedingungen schaffen. Die Inhalte werden von den Anrainern bestimmt, die sich vorstellen und ihre Türen öffnen.

„Das Bahnhofsviertel ist ein eigenes Universum“, wird in einem Flyer Alim Cosgun zitiert. In seinem Fischimbiss würden sich die „unterschiedlichsten Gäste aus aller Welt als Feinschmecker“ treffen. Mit insgesamt 48 Locations beteiligen sich so viele Anrainer wie nie zuvor. OB Feldmann empfahl einen „Klassiker“, den „Silberturm“, der hier als einer der ersten Wolkenkratzer in Frankfurt für die Dresdner Bank gebaut wurde. „Man kann hoch, man kann rein und hat einen einmaligen Blick.“ Karten gebe es vor Ort. Feldmann räumte ein, dass es auch Nischen voller Elend gebe. Nicht nur die vielen kleinen Läden, Galerien, Ateliers und das Rotlichtviertel sind im Bahnhofsviertel zu Hause, sondern auch die Drogenabhängigen. Der Druckraum in der Niddastraße ist für sie eine wichtige Anlaufstelle. Auch diese Einrichtung wird bei laufendem Betrieb Führungen anbieten.

Wie üblich nannte Feda zum Sicherheitskonzept keine Einzelheiten. Aber, so versicherte er, es würden genügend Ordnungskräfte auf den Straßen unterwegs sein. Eine Bitte äußerte Feda an die rund 50 000 Besucherinnen und Besucher, die erwartet werden, vorab: leere Flaschen bitte nicht einfach auf der Straße stehen lassen. Es würden 120 Container aufgestellt, die in der Vergangenheit leider „meistens leer“ geblieben seien.

Ob er sicher sei, das geplante Ende der „Nacht“ um 24 Uhr einhalten zu können? Feda zeigte sich zuversichtlich: Ab 23.30 Uhr würden die Gäste darauf hingewiesen. Und ab 24 Uhr dann „etwas deutlicher“.

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