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Am Kaiserlei ist eine Fläche für die Multifunktionshalle reserviert.

Römerbriefe

Frankfurt: Blamage für die Sportstadt

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Die Arena am Kaiserlei muss nun gebaut werden. Endlich. Ein Kommentar.

Eindringlicher als Peter von Löbbecke, Präsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft, kann man das Gebot der Stunde nicht formulieren: „Leute, baut endlich diese Arena. Frankfurt braucht sie.“

Seit mehr als zehn Jahren wird über eine Multifunktionshalle diskutiert, die es in den meisten anderen Metropolen in Deutschland längst gibt. In Frankfurt gab es viele Gespräche, Absichtserklärungen, eine Ausschreibung – mehr aber auch nicht. Und nun wird das Projekt erneut infrage gestellt.

Die Sportstadt Frankfurt ist auf dem besten Weg sich zu blamieren. Dabei sollten die Politiker die Warnungen „unserer“ Vereine, wie sich Sportdezernent Markus Frank gerne ausdrückt, ernst nehmen. Die Skyliners und die Löwen werden ohne die Halle ihren Sport auf Profi-Niveau nicht mehr lange ausüben können, was selbstverständlich Folgen für den Breitensport haben wird. Im Übrigen geht es bei der Diskussion über die Halle auch nicht nur um Sport. Viele Künstler landen in Frankfurt, wenn sie auf Europatournee gehen. Ihr erstes Konzert geben sie aber in Mannheim, weil die Festhalle – so schön und traditionsreich sie sein mag – nicht mehr zeitgemäß ist.

Natürlich sind Flächen in Frankfurt knapp. Und es ist unstrittig, dass die Stadt vor der Schwierigkeit steht, ein Gelände für die Europäische Schule zu finden. Doch die Fläche am Kaiserlei ist eben für die Halle reserviert, und dabei muss es auch bleiben. Man kann nicht die Interessen von Bildungs- und Sportpolitikern gegeneinander ausspielen, sonst sind wir schnell bei anderen Fragen wie: Wieso bauen wir womöglich Bühnen für knapp eine Milliarde (!) Euro und kümmern uns nicht um die Interessen der Fans von Sport und Rockmusik?

Gleichzeitig sei dem Investor Lagardère geraten, nun schnell zu einem Ergebnis mit der Stadt zu kommen. Die Zustimmung für das Projekt scheint im Römer mit jedem Tag kleiner zu werden.

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