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Ein Schild weist den Weg zur Gemeinde.

Beispiel Frankfurt

Bistum Limburg will Aufklärung

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Auch die Gemeinde in der Mainmetropole ist immer wieder Anlaufpunkt für umstrittene Referenten.

Wenn kroatische Ultrakonservative ihre Landsleute in Deutschland erreichen wollen, stehen ihnen die Tore vieler kroatisch-katholischer Gemeinden offen. Immer wieder hat in der Vergangenheit auch die kroatische Gemeinde in Frankfurt umstrittenen Rednern vom rechten Rand eine Bühne geboten.

So gastierte Anfang Juli 2013 die Journalistin Karolina Vidovic-Kri?to im kroatischen Gemeindezentrum im Westend. Vidovic-Kri?to behauptete bei ihrem Auftritt in Frankfurt unter anderem, dass „85 Prozent aller Pädophilen“ Homosexuelle seien. Wenige Wochen später referierte die konservative deutsche Publizistin Gabriele Kuby – heute regelmäßige Rednerin auf der „Demo für Alle“ – ebenfalls in der kroatischen Gemeinde über die Gefahren der „Genderideologie“.

Im April 2016 trat die Vorsitzende der rechtsklerikalen kroatischen Vereinigung „U ime obitelji“ (Im Namen der Familie), Zeljka Markic, im Westend auf. Ihre Vereinigung hat in Kroatien ein Referendum durchgesetzt, mit dem in der Verfassung die Ehe als Gemeinschaft von „Mann und Frau“ festgeschrieben wurde – womit die Einführung der Ehe für homosexuelle Paare verhindert wurde. Zudem macht sich die Vereinigung für ein striktes Abtreibungsverbot stark.

Ein Frankfurter Ableger von „U ime obitelji“ um den Rechtsanwalt Tomislav Cunovic organisierte im selben Monat noch die Vorführung des Films „Jasenovac – die Wahrheit“, in dem die Beteiligung des mit Nazi-Deutschland verbündeten kroatischen Ustascha-Staates an der Shoa relativiert wird.

Das für die Frankfurter Gemeinde zuständige Bistum Limburg erklärte auf Anfrage der FR, dass man die erhobenen Vorwürfe sehr ernst nehme und mit der Pfarrei in Frankfurt und der Delegatur der Kroatenseelsorge Kontakt aufgenommen habe, um den Sachverhalt zu prüfen. „Als Bistum Limburg sprechen wir uns klar gegen jegliche Geschichtsfälschung und Relativierung der Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges aus. Das nationalistische Rhetorik und Politik im gesellschaftlichen Diskurs – nicht nur in Ländern wie Kroatien, sondern auch in Deutschland – wieder erstarken, bereitet uns Sorgen“, heißt es in der Stellungnahme des Bistums weiter.   

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