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Frankfurt

„Bis hin zur WHO respektiert“

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, in den Ruhestand verabschiedet

Die ersten Dankesgrüße für René Gottschalk gibt es am Montagabend bereits vor der Paulskirche. Zwei Väter stehen da mit ihren beiden jungen Töchtern und halten Pappschilder mit der Aufschrift: „Stimme der Vernunft. Danke René Gottschalk“ und „Kinder brauchen !Mehr! Mutige Menschen wie Prof. Dr. Gottschalk“.

Zur Verabschiedung des Frankfurter Gesundheitsamtsleiters in den Ruhestand dürfen rund 120 geladene Gäste, geimpft, getestet oder genesen in den Saal, darunter der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne). In seiner Rede würdigt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Internisten und Infektiologen für seine 23-jährige Tätigkeit im Gesundheitsamt, davon zehn Jahre als Amtsleiter. Auch Feldmann nennt die Titel des 65-Jährigen und sagt: „Ich weiß, Sie mögen es nicht so mit den ganzen Titeln, aber heute muss es sein“. Der OB betont die „Hartnäckigkeit, den eigenen Kopf, Mund und die Gedanken“ des Mediziners. Gottschalk sei „bis hin zur WHO respektiert und hat damit das Image unserer Stadt genährt und verbessert“, so Feldmann. Weiter lobt er die Gelassenheit des gebürtigen Frankfurters: „Wenn jemand gerade in Pandemiezeiten mit einer gewissen Lässigkeit und Nonchalance handelt, passiert etwas anderes“. So habe er ihn mehrmals noch zu später Stunde telefonisch erreicht. „Es ist nicht gewöhnlich, als Amtsleiter um 23 Uhr noch ans Telefon zu gehen.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) bringt Gottschalk gleich zu Beginn seiner Würdigung zum Lachen, indem er sagt: „Sie haben mir eingebrockt, dass ich vorhin nochmal ins Schnelltestzentrum musste“. Dann räumt er ein, dass Corona-Tests „manchmal die Eintrittskarte für ein Stückchen Normalität“ seien. „Schwierige Jahre“, hätten sie zusammen nicht nur in Corona-Zeiten erlebt. „Wir hatten lang darum zu kämpfen, die Bedeutung des Gesundheitsamtes zu würdigen“, sagt Majer. Er lobt Gottschalks Sachlich- und Beharrlichkeit, Überzeugungskraft und „ganz feinen Humor“.

Gottschalk selbst sagt über seine Zeit im Gesundheitsamt: „Für mich war das praktisch jeden Tag der Himmel auf Erden“. Als „interessant und viel abwechslungsreicher als die Individualmedizin“ habe er seine Tätigkeit dort empfunden. „Wir haben einiges gerockt, auch gegen die obere Bundesbehörde“, sagt Gottschalk an die Leiterin der Virologie an der Frankfurter Uniklinik, Sandra Cisek, gerichtet, die im Publikum sitzt. Mit Ausblick auf seine künftige Tätigkeit dort sagt er: „Liebe Sandra, ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit“. Die „Pandemie-Pläne für die Industrie“ und den „Seuchenschutz am Flughafen“ erwähnt der Infektiologe. Bevor Gottschalk mit stehenden Ovationen verabschiedet wird, stellt er Peter Tinnemann als seinen „Wunschnachfolger“ vor.

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