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In der Bildungsstätte diskutieren die Schüler über Hate Speech.

Bildungsstätte Anne Frank

Schulen engagieren sich in Hessen gegen Hate Speech

Die Bildungsstätte Anne Frank veranstaltet einen Workshop als Zeichen gegen Hass im Netz.

Anlässlich des Safer Internet Day 2019 veranstaltete die Bildungsstätte Anne Frank am Dienstagvormittag einen Workshop in der Schillerschule. Dabei setzten sich Schüler mit dem Thema Hate Speech auseinander.

Dieser Workshop ist Teil eines Projekts, das die Bildungsstätte Anne Frank und die Organisation Digitale Helden ins Leben gerufen haben. Das Projekt nennt sich Heldenpartner und befasst sich mit Cybermobbing und Hass im Internet.

37 weiterführende hessische Schulen sind Teil des Projekts. Hierfür bilden die Digitalen Helden Lehrkräfte durch Onlineseminare fort. Zudem stellen sie den Lehrern einen Notfallplan zur Verfügung. Dieser soll sie als Leitfaden beim Umgang mit Cybermobbing unterstützen. Der Notfallplan enthält auch eine Adressenliste der Netzwerkpartner, so von Polizei, Schulpsychologen oder Sozialarbeitern. Diese leisten im Notfall Hilfe. „Lehrer können nicht alles alleine stemmen“, sagt Alia Pagin, die Projektleiterin.

Seit 2013 sind die Digitalen Helden bereits mit einem Mentorenprogramm in Schulen aktiv. Bei diesem bilden sie Schüler der achten und neunten Klasse aus, die als Mentoren ihr erlerntes Wissen an Schüler der Unterstufe weitergeben.

Schüler des Mentorenprogramms der Schillerschule und der Schule am Sommerhoffpark nahmen am Dienstag am Workshop teil. Dort sprachen sie darüber, wie sie selber digitale Mittel nutzen, aber auch über Hass im Internet. Viele Schüler gaben an, dass sie täglich Hate Speech im Netz sähen, vor allem in den Kommentarspalten unter Accounts von Personen des öffentlichen Lebens auf Plattformen wie Instagram oder Youtube. „Wir schützen uns selber durch ein privates Instagram-Profil. Nur unsere Freunde können uns folgen“, sagt eine Workshopteilnehmerin.

Die Schillerschule wirkt seit 2014 beim Mentorenprogramm mit. Die Klassenleiter wählen die Schüler dafür anhand ihres Engagements aus. „Wir gehen in die fünfte Klasse und zeigen den Schülern, wie sie mit Hate Speech im Internet umgehen können“, sagt eine Mentorin der achten Jahrgangsstufe.

Problematisch am Hass im Netz sei, dass die Schule mit einer Situation konfrontiert werde, die außerhalb des Unterrichts stattfinde. Derartige Beleidigungen verbreiteten sich allerdings auch über Klassenchats, sagt Claudia Wolff, die Leiterin der Schillerschule.

„Schülerinnen und Schüler dürfen mit dem Thema Hate Speech nicht alleine gelassen werden“, so Alia Pagin. Durch das Projekt Heldenpartner sollen künftig Lehrkräfte und Schüler in Mobbingfällen stärker unterstützt werden.

Der Safer Internet Day war der Auftakt der Workshopreihe zum Umgang mit Hate Speech der Bildungsstätte Anne Frank. In den nächsten Monaten sollen an den übrigen hessischen Schulen weitere Workshops stattfinden.

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