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Blick in einen der prehnschen Klappkästen.
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Blick in einen der prehnschen Klappkästen.

Ausstellungen in Frankfurt

Bilderparadies eines Frankfurter Konditors der Goethezeit

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Das Historische Museum in Frankfurt zeigt die prehnschen Miniaturen. Nach zehnjähriger Forschungsarbeit ist ein Bestandskatalog erschienen.

Wenn in Frankfurt in der Goethezeit ein besonderes Fest zu feiern war, fertigte Johann Valentin Prehn für seine vornehmen Kundinnen und Kunden feinstes Naschwerk und kunstvolle Tafelaufsätze. Der Konditor konnte es sich leisten, einer besonderen Leidenschaft zu frönen: Er sammelte vor allem Miniaturen, also kleinformatige Bilder. Eine Auswahl aus dem Prehn’schen Kabinett ist jetzt im Historischen Museum zu sehen.

Der Anlass für die Ausstellung „Prehns Bilderparadies – Die einzigartige Gemäldesammlung eines Frankfurter Konditors aus der Goethezeit“ ist gut drei Kilogramm schwer und über 500 Seiten stark. Es ist ein Bestandskatalog, in dem alle 874 kleinformatigen Bilder, die Prehn bis zu seinem Tod im Jahr 1821 sammelte, erfasst sind. Das Buch, in dem 100 der Bildnisse zudem detailliert analysiert werden, ist das Ergebnis einer zehnjährigen Forschungsarbeit. „Alle Gemälde sind in die Hand genommen worden, sie wurden ausgerahmt und genau untersucht“, sagte Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums, gestern bei der Präsentation der neuen Sonderausstellung, die voraussichtlich von Mittwoch, 26. Mai, 10 Uhr, an besucht werden kann, wenn sein Haus nach der coronabedingten Zwangspause wohl wieder öffnen darf.

Ausstellung

„Prehns Bilderparadies“ ist von Mittwoch, 26. Mai, 10 Uhr, an zu sehen, wenn das Historische Museum Frankfurt nach der coronabedingten Zwangspause voraussichtlich wieder öffnen kann. Die Ausstellung läuft bis zum 16. Januar 2022.

Zu der Ausstellung gibt es einen Audioguide, der kostenlos auf ein Smartphone geladen werden kann.

Unter dem Titel „Prehns Bilderparadies – Die einzigartige Gemäldesammlung eines Frankfurter Konditors“ ist ein Bestandskatalog erschienen. Er ist im Museumsshop erhältlich.

Daneben gibt es eine Onlinedatenbank mit ausführlichen Analysen aller 874 Gemälde der Miniatursammlung.
https://bildersammlung-prehn.de lad

historisches-museum-frankfur

Prehn, der als Zuckerbäcker Kaufmann und Handwerker zugleich war, gab sich ganz zwanglos seiner Sammelleidenschaft hin. Unter den 874 Miniaturen, die er in 32 Klappkästen verwahrte, zeigt sich die ganze Bandbreite künstlerischen Schaffens verschiedener Epochen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert in allen Qualitätsstufen. Preiswerte Kopien und Gemäldefragmente hängen dort Seite an Seite mit Werken der Hochkunst, wie dem um 1410 entstandenen „Paradiesgärtlein“ des Oberrheinischen Meisters, das titelgebend für die Ausstellung war und als „Städel-Ikone“ gilt. Dort hängt es seit 1922 als Dauerleihgabe des Historischen Museums. In der Sonderausstellung ist es jetzt wieder im Klappkasten 11 des Miniaturkabinetts zu sehen, in dem Prehn es vermutlich hängen hatte.

Wie der Konditor seine Bilder in den Kästen in Petersburger Hängung zusammenstellte, verrate einiges über seinen Humor und seine Weltsicht, erläuterte Kurator Wolfgang P. Cilleßen. Dem „Paradiesgärtlein“, das Maria mit dem Jesukind zeigt, stellte er etwa ein Bild zur Seite, das einen Schlafenden zeigt, der wegen seiner Faulheit von Affen beraubt wird. Bilder mit erotischen Sujets ließ er hinter Vorhängen verschwinden. Und auch damalige „Medienereignisse“ wie die Französische Revolution interessierten ihn, wie die Kopie einer Radierung zeigt, in der Ludwig XVI. sich vor seiner Hinrichtung von seiner Familie verabschiedet.

Alle Prehn’schen Bilder, nicht nur die Miniaturen, sind auch in einer Onlinedatenbank des Museums zugänglich.

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