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Bis Mitte Januar ist die Ausstellung Et Voilà beim Berufsverband bildender Künstler zu sehen.

Atelier Eastend in Frankfurt

Ein Bild für ein Mittagessen

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Über den Verkauf von Kunstwerken möchte das Atelier Eastend in Frankfurt ein Koch-Projekt finanzieren. Zu sehen sind die Gemälde in der Ausstellung „Et Voilà“ beim Berufsverband bildender Künstler.

Helge Hahnefeld malt mit Acryl. Eines seiner Bilder zeigt Menschen, die unter einem blauen Himmel beisammen sitzen. In hellen Farben zeichnet er seine Figuren, sehr minimalistisch und ausdrucksstark, das Miteinander der Menschen steht im Vordergrund. Hahnefeld ist gerne im Atelier Eastend, er mag die Atmosphäre – eine Mischung aus gemeinsamen Malen, Kochen und Essen. Das ist seinen Bildern anzumerken, die bei der Jahresausstellung „Et Voilà“ des Ateliers in den Räumen des Berufsverbands bildender Künstler (BbK) an der Hanauer Landstraße 89 bis zum 13. Januar zu sehen sind.

„Wir freuen uns sehr über die gute Nachbarschaft mit dem Bbk, die es uns ermöglicht jährlich hier auszustellen“, erklärt Costa Bernstein, Künstlerischer Leiter des Ateliers. Dieses Jahr allerdings ist die Ausstellung eine besondere. Da der Landeswohlfahrtsverband seine Förderung für die Einrichtung gestrichen hat, ruft das Atelier nun verbunden mit der Ausstellung zu Spenden für die Finanzierung des gemeinsamen Mittagessens auf. Wer ein Bild kauft, finanziert das gemeinsamen Kochen. 30 Euro für ein tägliches Essen, 150 Euro für eine Woche, 600 Euro für einen Monat und 7200 Euro für das ganze Jahr.

Seit 14 Jahren betreibt der Internationale Bund (IB), ein Träger der Behindertenhilfe, das Atelier in der Ostendstraße – in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde Frankfurt, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Hessen. Zwölf bis 15 Menschen mit Behinderung genießen an fünf Tagen die Woche die familiäre Atmosphäre und das kreative Arbeiten.

„Wir arbeiten mit verschiedener Materialien, wie Keramik, Filz, Pastell- und Ölfarben“, erklärt Costa Bernstein. Gedruckt oder vervielfältigt werden die Werke mit dem Verfahren der Radierung. Mit einer Radiernadel werden der Oberfläche einer Druckplatte Linien oder Punkte eingeprägt, die das spätere Bild ergeben.

„Unser Angebot ist niedrigschwellig und offen. Es richtet sich auch an Menschen die an einer psychischen Erkrankung leiden“, erklärt die Leiterin des Ateliers, Corinna Roßkopf. Einige der Kunsttreibenden kommen aus den Einrichtungen des IB, andere aus Tageskliniken in der Region. „Zu unserer Sonntagsgruppe erscheinen Menschen aus Wiesbaden, Mainz und Marburg.“ Die Treff am Wochenende ist auch für die Familien der Künstler und die Nachbarschaft offen. Bei guten Gesprächen und Essen verbringen Menschen unterschiedlichsten Alters und Kulturen die Zeit miteinander, auch das ein oder andere Kunstwerk entsteht.

Im Februar bietet das Atelier den Workshop Teatime an. „An drei Terminen fertigen wir Teekannen aus Keramik, die wir auch selbst glasieren“, sagt Roßkopf. An einem der Abende wird Tee-Zeremonienmeister Rahula Torazi aus Afghanistan zu Besuch sein. Darüber hinaus bietet das Atelier Eastside auch Bundesfreiwilligendienste an.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, kann sich unter telefonisch unter der Nummer 40 35 47 91 oder per Mail an Kunstwerkstatt-Frankfurt@ib.de mit dem Internationalen Bund in Verbindung setzen.

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