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Das Plakat zum Festival: "Beevolution" im Garten.

Bienenfestival in Frankfurt

Bienenfestival im Anflug

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Nächsten Samstag treffen sich wieder Hobby-Imker und Naturfreunde im Botanischen Garten in Frankfurt zum Bienenfestival. Es geht um Honig, aber mehr noch um die Lebensgrundlagen.

Die Biene, bekanntlich die beste Freundin des Menschen (ganz knapp vor Ameisenbär und Erdferkel), hat am nächsten Wochenende ihren großen Auftritt. Beim vierten Frankfurter Bienenfestival am Samstag steht – nein, schwebt sie ganz im Mittelpunkt der vielen Vorträge, Führungen und Mitmachangebote im Botanischen Garten.

Besucher können dann beispielsweise mit dem „Bienenprofessor“ Christian Winter das Haus besichtigen, das der inzwischen 84-jährige Zoologe vor Jahrzehnten für die Immen einrichtete. Damals war es Bestandteil der Biologen-Ausbildung und so beliebt bei den Bienen, dass der Honig sogar in bescheidenem Umfang in den Verkauf ging. Außerdem sind mehrere Klotzbeuten auf dem Areal zu sehen, die natürlichsten Bienenunterkünfte., Für gesunde Verpflegung sorgen der Neue Frankfurter Garten, der Imkerverein Frankfurt sowie der Frankfurter Verein.

„Das Interesse ist ungebrochen“, sagt Thorsten Herget von der Festival-Initiative. 25 Initiativen, Aussteller, Imker hätten sich angemeldet. Über Frankfurts Grenzen hinaus bis in den Taunus, nach Wiesbaden und in den Odenwald reicht die Spannweite der Teilnehmer; ein Referent reist gar aus dem bayerischen Dachau an. „Schön, wie sich das entwickelt hat“, freut sich Herget. 2015 mit etwa 300 Besuchern gestartet, seien es im vorigen Jahr sicher vier Mal so viele gewesen, schätzt Sebastian Wernig vom Organisatorenteam: „Wir decken die gesamte Frankfurter Gesellschaft ab, vom Kind bis zum Rentner.“

Und das ganze Spektrum der Imkerei. Wie überall in den Städten hat sich auch in Frankfurt eine große Szene von Hobby-Imkern gebildet. Kurse für Einsteiger müssten mitunter Hunderte Bewerber abweisen, so groß sei der Ansturm, berichtet Herget. Früher seien da auch die Philosophien oft hart aufeinandergeprallt, sagt Wernig: Auf der einen Seite die Leute, die Honig haben wollen, auf der anderen jene, denen es um den Tierschutz geht, um die Biene und damit auch um die Lebensgrundlagen der Menschen. Inzwischen sei der Streit aber abgeebbt; die verschiedenen Lager kämen gut miteinander aus, so wie die vielen verschiedenen Bienenarten, die durch die Stadt summen.

Fürs Umweltdezernat berichtet Referent Rainer Vollweiter vor dem Festival, dass die Wildwiesen Fortschritte machen. 347 Hektar Fläche in Frankfurt seien schon in solch nahrhafte Insekten-Imbisstationen umgewandelt, noch einmal so viel soll folgen. Und Manfred Wessel, der Chef im Botanischen Garten, appelliert an Kleingärtner, noch mehr Blumenvielfalt zu pflanzen. Einige ganz kuriose Pflanzennamen kann er da nennen. Aber dazu mehr in der kommenden Woche.

Frankfurter Bienenfestival , Samstag, 29. September, 12 bis 17 Uhr, Botanischer Garten. Information und Programm: www.frankfurter-bienenfestival.de

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