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Das Bibelmuseum in der Metzlerstraße in Frankfurt ist vor allem auch ein Haus des Buches.

Kultur

Bibelhaus bleibt vorerst bestehen

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau kürzt den Zuschuss für das Frankfurter Museum deutlich. Nun werden neue Geldgeber gesucht.

Das Bibelhaus in Frankfurt bleibt – jedenfalls vorerst – geöffnet. Doch die evangelische Kirche halbiert die Zuschüsse. Das renommierte Museum muss sich andere Geldgeber suchen.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) muss sparen. Die Zahl der Mitglieder schrumpft und damit gehen die Einnahmen vor allem aus der Kirchensteuer zurück. Betroffen davon ist auch das Bibelhaus in Frankfurt.

Nach intensiver Debatte hat die Synode der Kirche am Freitag in ihrer ersten online abgehaltenen Tagung beschlossen, den jährlichen Zuschuss in Höhe von gut 600 000 Euro jährlich von 2025 an zu halbieren oder sogar weiter zu kürzen. Den Zuschuss in Höhe von bis zu 300 000 Euro soll es auch nur dann geben, wenn das Haus ein tragfähiges finanzielles Konzept erstellt. Ansonsten droht das Aus.

Sparbeschlüsse

ekhn2030 heißt der Prozess, mit dem die Evangelische Kirche auf knapper werdende Ressourcen reagiert. Alle kirchlichen Arbeitsbereiche von der Kinder- und Jugendarbeit über Kooperation von Gemeinden, Zukunft von Pfarrstellen und Verkauf bzw. Erhalt von Gebäuden werden geprüft.

Konkrete Beschlüsse hat die Synode der Kirche dazu zwei getroffen: Das Bibelhaus in Frankfurt erhält deutlich weniger Zuschüsse. Die Jugendburg Hohensolms bei Wetzlar und das Kloster Höchst im Odenwald sollen anders genutzt werden. Dafür sollen Partner gefunden werden. Bei der Jugendburg steht auch ein Verkauf im Raum. pgh

Träger des Museums ist die Frankfurter Bibelgesellschaft. Der Jahresetat liegt bei rund einer Million Euro, die EKHN trägt also den Löwenanteil. Frankfurt fördert das Haus mit jährlich 50 000 Euro.

Silvia Meier, kaufmännische Vorständin der Bibelgesellschaft, sagte, man freue sich über die durch den Beschluss eröffnete Perspektive, das Haus weiterführen zu können. Veit Dinkelaker, der designierte neue Museumsdirektor, äußerte die Hoffnung, „die Arbeit in bewährter Form fortsetzen zu können“. Ob dies tatsächlich gelingt, wird davon abhängen, ob das Haus neue Sponsoren gewinnen oder über Fundraising die nötigen Mittel einwerben kann.

Man wolle das Haus als Zentrum der religiösen und kulturellen Bildung in Frankfurt erhalten, sagte Silvia Meier. „Wir wollen dazu ein Bündnis unterschiedlichster Partnerinnen und Partner aus Stadt, Land, Privatpersonen und Unternehmen gestalten“, kündigte sie an.

In den vergangenen Jahren besuchten rund 23 000 Gäste das 500 Quadratmeter große Museum, das 2003 in einer ehemaligen evangelischen Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Museumsufer auf der südlichen Mainseite eröffnet wurde. In diesem Jahr sind es coronabedingt weit weniger. Zurzeit ist das Haus wie alle anderen Museen geschlossen.

In Deutschland gilt es als das bestbesuchte Haus seiner Art. Zu den Partnern gehören neben anderen die Deutsche Nationalbibliothek und das Deutsche Historische Museum. Die Arbeit des Museums ist international anerkannt.

Im Bibelhaus gibt es nicht nur Christliches zu sehen, sondern auch hinduistische Postkarten und eine Figur des Gottes Krishna.

Das Konzept beruht darauf, anhand von originalen Exponaten die Entstehungsgeschichte der Bibel vom 2. Jahrhundert vor bis zum 2. Jahrhundert nach Christi Geburt zugänglich zu machen. Dabei werden auch Bezüge zu anderen Religionen verdeutlicht. Das Angebot wird vor allem von Schulklassen genutzt.

In einem umfangreichen Papier hatte die EKHN verschiedene Szenarien für die Zukunft des Museums entwickelt und wieder verworfen. Dazu gehörte ein Ausbau auf den aktuellen Museumsstandard für 5,5 Millionen Euro und ein Neubau in der Frankfurter Altstadt, der mit 22 Millionen Euro veranschlagt war.

Zerschlagen hatten sich auch angedachte Kooperationen mit dem Alten Dom in Mainz sowie dem Religionspädagogischen Institut in Marburg.

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