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Es ist richtig, dass Frankfurt jetzt eigene Richtlinien für die Kitas erlässt (Symbolbild).

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Es ist richtig, dass Frankfurt jetzt eigene Richtlinien für die Kitas erlässt. Zu einer sehr weitgehenden Öffnung der Einrichtungen gibt es keine Alternative.  

Man muss nicht gleich von „Verantwortungslosigkeit“ der Landesregierung sprechen, wie es die Frankfurter Bildungsdezernentin tut. Aber tatsächlich ist das Konzept zur Kita-Öffnung, das Sozialminister Kai Klose nach wochenlanger (!) Vorbereitung vorgelegt hat, sehr dünn. Zu Recht hatten die Eltern erwartet, dass Klose ihnen sagt, wann ihr Kind wieder in die Kita darf. Doch diese Antwort blieb der Minister schuldig.

Dabei ist es nicht falsch, den Kommunen Mitsprache bei der Ausgestaltung einer Verordnung einzuräumen. Was für Frankfurt richtig ist, muss für Friedberg nicht passen. Aber: Faktisch regelt das Land so gut wie gar nichts. Wie groß dürfen Gruppen sein? Nach welchen Kriterien werden Plätze vergeben? Zumindest Anhaltspunkte hätte es geben müssen.

Es ist richtig, dass Frankfurt nun eigene Richtlinien aufstellt. Dabei ist der Politik und den Kita-Trägern vor allem eines zu wünschen: viel Mut. Wer Kinder zurück in die Kitas holt, erhöht das Infektionsrisiko. Aber anders geht es nicht. Mediziner aller Fachrichtungen sagen klipp und klar, dass Kinder Schaden nehmen, wenn sie nicht endlich wieder betreut werden. Deshalb gibt es zu einer sehr weitgehenden Öffnung keine Alternative. Zumindest diese Aussage hätte auch Klose treffen müssen.

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