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Bettina Wiesmann im Interview: „Wir müssen den Menschen aufgeschlossen zuhören“

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Von: Florian Leclerc

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Bettina Wiesmann will die inneren Stadtteile für die CDU zurückgewinnen. Foto: Rolf Oeser
Bettina Wiesmann will die inneren Stadtteile für die CDU zurückgewinnen. © Rolf Oeser

Bettina Wiesmann spricht im FR-Interview über ihre Kandidatur für den CDU-Vorsitz in Frankfurt.

Bettina Wiesmann, die frühere Bundestagsabgeordnete, will neue Frankfurter CDU-Chefin gewählt werden. Im FR-Interview stellt sie ihre Pläne vor.

Frau Wiesmann, die CDU in Frankfurt hat zwei wichtige Wahlen verloren. Wie sollte sich die Partei aufstellen, damit das nicht wieder passiert?

Einerseits muss sich die CDU nach innen verändern, viel mehr Beteiligung, Debatte, Wettbewerb zulassen und organisatorisch, auch digital schlagkräftig werden. Das machen wir ab dem Parteitag am 12. März.

Und nach außen?

Nach außen müssen wir unsere Positionen schärfen, um die Themen, die Nöte, die Anliegen von allen Teilen der Bevölkerung besser zu verstehen.

Was sehen Sie vor?

Ich schlage Zukunftsforen vor etwa mit Vertretern aus der Kulturszene, aus der Wissenschaft, dem Finanzwesen oder den Familien- und Sozialverbänden. Die CDU muss verstehen, was die Menschen in der Stadt umtreibt. Außerdem müssen wir uns auf den verschiedenen Ebenen besser vernetzen, von den Ortsbeiräten und Stadtbezirksverbänden zur CDU-Fraktion im Römer, bis hin zu unseren Vertretern auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Was würden Sie als Parteichefin anders machen als Uwe Becker?

Präsenz und Kümmern im klassischen vorpolitischen Raum, in Vereinen, Verbänden oder Gemeinden ist und bleibt wichtig. Ich empfehle aber, dass wir uns dazu stärker inhaltlich fokussieren und in den wichtigen Themenfeldern der Stadtpolitik, aber auch Landes-, Bundes- und Europapolitik als Diskussionspartner mit zukunftsweisenden Konzepten einbringen. Wir haben nicht viel Zeit, sondern müssen sehr schnell mit eigenem Profil sprechfähig werden. Die Landtagswahl müssen wir ab Sommer inhaltlich vorbereiten.

Sie heben in Ihrer Wahlanalyse hervor, dass die CDU nur noch am Stadtrand stark ist. Wie sollte die CDU in den innerstädtischen Stadtteilen auftreten?

Fakt ist, dass wir gerade in den bevölkerungsreichen innerstädtischen Bezirken verloren haben. Wir müssen auf die Menschen zugehen und ihnen aufgeschlossen zuhören. Viele, die dort wohnen und arbeiten, in Familien leben und sich in Initiativen engagieren, haben eine durchaus bürgerliche Sicht auf die Dinge. Sie wollen gut und verantwortungsbewusst leben. Das müssen wir ernst nehmen und unsere besseren Antworten geben – etwa in Fragen der Mobilität, der Bildung und der Nachhaltigkeit. Es geht hier nicht um einen Gegensatz Stadtrand gegen Stadtkern.

In den kommenden vier Jahren stehen fünf Wahlen an. Was geben Sie als politisches Ziel vor?

Ich möchte, dass wir ganz klar und mit Abstand wieder in die Pole Position, die führende Position als politische Kraft in Frankfurt kommen. Das mache ich nicht an Prozentzahlen fest. Aber ich möchte im Team erreichen, dass wir die anderen Parteien wieder deutlich distanzieren. Die CDU sollte wieder der bevorzugte Ansprechpartner für die überwiegende Zahl der Menschen in dieser Stadt werden und die politische Debatte in dieser Stadt prägen.

Interview: Florian Leclerc

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