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Bethlehems Stern über Frankfurt

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Von: Timur Tinç

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Singe, wem ein Stern gegeben: Demnächst ziehen die Heiligen Drei Könige wieder von Haus zu Haus.
Singe, wem ein Stern gegeben: Demnächst ziehen die Heiligen Drei Könige wieder von Haus zu Haus. © Monika Müller

Auf dem Römerberg wird die bundesweite Aktion Dreikönigssingen eröffnet. 650 Sternsingerinnen und Sternsinger versammeln sich auf dem Römerberg.

Mit La Ola und Konfettikanone ist in Frankfurt das „Dreikönigssingen“ eröffnet worden. Rund 650 Sternsingerinnen und Sternsinger, viele davon mit selbstgebastelten Kronen und Gewändern, feierten und sangen auf dem Römerberg. Bundesweit werden sich rund um den Dreikönigstag am 6. Januar etwa 300 000 Mädchen und Jungen auf den Weg machen, um für die Menschen in ganz Deutschland zu singen.

„Der Besuch an den Haustüren, das Anschreiben des Segens, das Sammeln der Spenden: Das Sternsingen ist eine so wunderbare Aktion, die von Begegnungen lebt“, sagt Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. „Wenn die Sternsinger vor den Türen stehen, dann kommt Kirche mit einer frohen Botschaft zu den Menschen nach Hause.“ Zusammen mit Domvikar Stefan Ottersbach, dem Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), verkündete Bingener das diesjährige Motto: „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“.

„Jedes zweite Kind auf der Welt ist Gewalt ausgesetzt“, ergänzte Ottersbach. In diesem Jahr wird Geld für mehr als 1000 Projekte in über 100 Ländern gesammelt.

Die als Caspar, Melchior und Balthasar kostümierten Kinder sangen auf dem Römerberg die Lieder inbrünstig mit; die Texte liefen als Unterstützung auf einer LED-Leinwand. Zwar hatte sich eine Familie als großes Kamel verkleidet, zur Bühne fuhr Dirk Bingener mit seinen Sternsingerinnen und Sternsingern aber auf dem E-Scooter.

„Ich wollte schon immer bei den Sternsingern mitmachen, aber wusste nicht, dass es geht“, sagte die achtjährige Anna-Sophia. Sie trug ein blaues Gewand und eine helllila Mütze. Zwei Lieder hat sie in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Wicker gelernt und freut sich schon auf das Singen in den kommenden Tagen.

Etwa 20 Kinder plus Betreuer:innen stark ist die KJG-Gruppe, die rund 200 Haushalte in Wicker besuchen wird, erzählte Annalena Götten. „Die meisten freuen sich sehr, wenn wir klingeln und unseren Spruch aufsagen.“ In den vergangenen beiden Jahren musste das Sternsingen coronabedingt ausfallen. Die Sternsinger:innen in Wicker warfen stattdessen von den Kindern gemalte Bilder in die Briefkästen und hefteten den Segen an die Haustüren. Dazu gab es einen Umschlag oder den Link zur Webseite, wohin man spenden kann.

Der 18-jährige Luca ist bereits zum achten Mal dabei. „Es macht Spaß, mit den Leuten zusammen zu singen“, sagt er. Gesungen wird bei ihm in Oberhausen-Rheinhausen bei Speyer. Teilweise seien die Leute verdutzt, wenn plötzlich der Gesang einsetze. Aber vor allem die ältere Generation freue sich über die Besuche.

„Ich finde es wahnsinnig beeindruckend, wie viele Kinder sich am Sternsingen beteiligen“, sagte Domvikar Ottersbach. Der Limburger Bischof Georg Bätzing freute sich, dass Frankfurt diesmal die Eröffnung ausrichtete. „Die Sternsingeraktion ist die größte Kinder- und Jugendaktion in der Bundesrepublik“, sagte er.

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