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Besser direkt mit Bus und Bahn in Frankfurt

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Park und Ride ist nicht die Lösung. Und es fehlt in der Rhein-Main-Region auch an Kapazitäten.

Je größer das Angebot, desto mehr Verkehr. Diese Regel gilt nicht nur für den Bau von Umgehungsstraßen. Sie passt auch beim Thema Park-and-Ride-Plätze, in denen so mancher die Generallösung für die innerstädtischen Verkehrsprobleme sieht.

Das seien sie nur bedingt, sagt Maximilian Meyer, Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Nämlich dann, wenn sie von jenen Leuten genutzt würden, die ohne den Wagen nicht von zu Hause wegkämen. Erfahrungsgemäß parken aber auch Zeitgenossen dort, denen der morgentliche Zehn-Minuten-Spaziergang zum Bahnhof zu lästig ist oder das Warten auf den nächsten Bus. Hier müsse das Ziel sein, das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch attraktiver zu machen, sagt Meyer. Alleine in einer gut genutzten S-Bahn säßen rund 1000 Menschen. Für jeden von ihnen einen Parkplatz zu bauen, sei Platz- und Geldverschwendung.

Rund 90 Prozent der Park-and-Ride-Kunden im RMV-Gebiet seien Berufspendler nach Frankfurt, heißt es in einer Studie des RMV aus dem Jahr 2014. Auf rund 80 Prozent der Fläche des RMV-Gebiets könne innerhalb von einer viertel Stunde Fahrzeit per Auto ein Bahnhof oder eine S-Bahnstation erreicht werden. „Insbesondere für die ländlich geprägten Landkreise und Gebiete kann so eine Anbindung an die wichtigen Schienenverkehrsachsen ermöglicht werden.“ Rund 250 der insgesamt 400 Stationen verfügten seinerzeit über Park-and-Ride-Anlagen. Von denen war mehr als ein Viertel voll ausgelastet, bei knapp einem weiteren Viertel wurde eine Überlastung festgestellt.

Es mag sein, dass inzwischen weitere Stellflächen entstanden sind, betrieben von der Deutschen Bahn, den Kommunen oder auch privaten Firmen. Doch das Problem der werktäglichen Überfüllung ist nach wie vor vielerorts virulent. Gegen 9 Uhr geht das wilde Parken los.

„Es fehlt an einem gesamthaften Plan“, sagt Meyer. An einem Plan, der die Gesamtsituation betrachtet und nicht alleine, dass es zu wenig Parkplätze gibt. Zu diesem Plan gehöre auch zu schauen, auf welchen Strecken überhaupt noch zusätzliche Fahrgäste zu bewältigen seien. Das wäre etwa die nach Friedberg, wenn der vierspurige Ausbau für die S6 realisiert sei. Oder auch die Regionaltangente West. „Dort hat der ÖPNV dann mehr Potenzial.“

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