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Gemischte Tütchen oder Worscht: Hommage ans Wasserhäuschen vom Frankfurter Zweierlei.
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Gemischte Tütchen oder Worscht: Hommage ans Wasserhäuschen vom Frankfurter Zweierlei.

Frankfurt

Beschwingt am Büdchen

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Tag der Wasserhäuschen pflegt neben thematischer Musik auch die Trinkhallenkultur.

Die Anwesenden wippen zur Musik, manch einer kann sogar den Text und singt mit. Das Duo Frankfurter Zweierlei sitzt vor dem Wasserhäuschen Nox in Sachsenhausen und spielt einige seiner Lieder. Eines handelt vom Henninger Turm und von Erik Zabels drei Siegen in den Rennen rund um den Turm. In einem anderen fragen sie sich selbst: „Mein Frankfurt, lieb’ ich dich?“. Eine Frau im Publikum antwortet lautstark „Ja“. Die Stimmung ist super.

Die Musikeinlage der beiden Frankfurter Künstler ist Teil des Programms zum Tag der Wasserhäuschen. Nach ihrem Auftritt am Samstagmittag ziehen die beiden weiter. Als Nächstes folgt ein Auftritt am „Gudes“ an der Friedberger Landstraße. Die beiden haben noch einige Gigs an den anderen sechs teilnehmenden Büdchen. Das Finale ist am Abend im Orange Beach – mit deutlich mehr Publikum als noch am Nox. „Im Orange Beach haben wir schon oft gespielt“, verrät Jörg Royer – die eine Hälfte des Musikerduos. Kollege Stefan Ruh sagt, dass natürlich ihr Wasserhäuschenlied an diesem Tag nicht fehlen dürfe.

Für ihn persönlich sind die Büdchen auch Teil der Kindheit. Wie so viele andere auch, hat er als Frankfurter Bub’ seine Tütchen mit Süßigkeiten gekauft. „Lange waren die Wasserhäuschen verpönt, weil öffentlich getrunken wurde“, sagt Ruh. Heute sei der Ruf nicht mehr so schlecht und die Realität sei auch eine ganz andere. Die Büdchen seien Treffpunkte für Alt und Jung geworden. Und sie seien einfach ein Platz, an dem man zusammenkommen könne.

Für die beiden gebürtigen Frankfurter gehören die Wasserhäuschen einfach zu Frankfurt. „Wir lieben diese Stadt“, sagt Ruh und Royer nickt zustimmend.

Auch für Torsten Leitermann, der Gast beim Konzert am Nox ist, sind die Büdchen ein „Frankfurter Ding“. Er kennt das Büdchen von seinem Weg zum Bahnhof, heute ist er aber das erste Mal da. Leitermann freut sich, dass es mit dem Tag der Wasserhäuschen in diesem Jahr trotz vieler Unsicherheiten geklappt hat. Er wollte schon immer mal dabei sein – diesmal ist es gelungen. „Ich finde es gut, die Häuschen zu unterstützen.“ Er selbst kommt aus einem Frankfurter Vorort und war in seiner Kindheit dann immer dort am Kiosk. „Von seinem ersten Taschengeld hat man sich dann Esspapier gekauft“, sagt er und lacht. So sei es bestimmt auch vielen Kindern in Frankfurt an den Büdchen gegangen.

Eine Mitarbeiterin des Nox erzählt, dass üblicherweise samstags mehr los sei. Knapp ein Dutzend Menschen waren beim Konzert gewesen. „Aber weil heute schlechtes Wetter ist, ist nicht so viel los“, erzählt sie. Sonst liegen die Menschen auf den Liegestühlen auf dem Rasen vor dem Büdchen. Doch heute stehen die Stühle nur zusammengeklappt in der Ecke.

Organisiert hat den Tag der Verein Linie 11. Der hat in diesem Jahr auch Grund zum Feiern – vor elf Jahren wurde der Verein gegründet, „um die Frankfurter Wasserhäuschenkultur wieder ins Rampenlicht zu bringen“, wie es auf der Internetseite heißt. Trotzdem war der diesjährige Tag erst der zweite vom Verein organisierte Aktionstag. 2017 gab es den ersten – damals noch mit ganz anderen Möglichkeiten und Teilnehmerzahlen. Und der Aktionstag 2021 soll gewiss nicht der letzte gewesen sein.

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