Frankfurter Theater

Beschlüsse zu Kinder- und Jugendtheater Frankfurt überfällig

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Das städtische Kinder- und Jugendtheater darf nicht ein zweites Mal auf der Strecke bleiben. Der Kommentar. 

Am Donnerstag brechen Frankfurter Kulturpolitiker noch einmal zur einer Reise in Sachen Kinder- und Jugendtheater auf. Diesmal geht es zu einer Bühne nach Wien, nachdem man sich schon Theater in Stuttgart, Berlin, Dresden und anderen Städten angesehen hat.

Nichts gegen eine gründliche Vorbereitung. Doch für das neue Kinder- und Jugendtheater der Stadt Frankfurt braucht es nun endlich konkrete Pläne und Beschlüsse. Sie sind überfällig. Doch leider hat Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sich bei diesem Projekt nicht als treibende Kraft hervorgetan.

Seit dem Grundsatz-Beschluss der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen im Jahre 2016, ein Kinder- und Jugendtheater anzustreben, hat sie sich öffentlich so gut wie gar nicht mehr geäußert.

Auch eine öffentliche Debatte über Ziele und Konzepte einer solchen Bühne ist in der Stadt bisher kaum entstanden – mangels bekannter Fakten. Das ist sehr schade.

Ähnlich abwartend und zögerlich präsentiert sich Hartwig auch in der Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen. Wenn aber die Kulturdezernentin nicht die treibende Kraft ist in der Kulturpolitik der Stadt Frankfurt, wer könnte es dann sein? Eine merkwürdige Leerstelle entsteht.

Und das könnte sich rächen. Denn ein städtisches Kinder- und Jugendtheater wird in Frankfurt am Main nur dann entstehen, wenn eine große öffentliche Rückendeckung das Projekt vorantreibt.

Nur zur Erinnerung: Das erste kommunale Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt Anfang der 90er Jahre ist schon wenig später in der städtischen Sparpolitik untergegangen. Und zwar deshalb, weil es dem Vorhaben an breiter Unterstützung mangelte.

Gerade deutet sich am Horizont wieder eine Verschlechterung der städtischen Finanzlage an. Die rasch wachsende Stadt muss gleichzeitig an vielerlei Stellen ihre Infrastruktur ausbauen.

Bliebe am Ende die Kinder- und Jugendbühne ein zweites Mal auf der Strecke, wäre es eine wuchtige Niederlage für die Kultur. Noch kann sie abgewendet werden.

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