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Max und Norbert Weinstein (rechts).

Frankfurt-Oberrad

Gut beschildert

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Werbung Weinstein ist ein Familienbetrieb in vierter Generation. Aktuell stehen Norbert, 61 Jahre, und sein Sohn Max Weinstein, 32 Jahre, den Geschäften vor. Kunden und Aufträge haben sich verändert.

Im Eingangsbereich hängt ein alter Lageplan des Zoos. Kleine bunte, liebevoll gemalte Tiere und Details weisen den Weg. Das Schild ist eines der alten Werkstücke, die die Firma „Werbung Weinstein Schilder“ aus Frankfurt-Oberrad aufbewahrt hat und stolz in der Werkstatt präsentiert.

Weinstein ist ein Traditionsunternehmen, ein Familienbetrieb in vierter Generation. Aktuell stehen Norbert, 61 Jahre, und sein Sohn Max Weinstein, 32 Jahre, den Geschäften vor. Vier Mitarbeiter sind in der Werkstatt zu finden, vor 30 Jahren waren es sieben – da montierte die Firma ihre Arbeiten selbst. Heute sei das nur noch bei kleineren Schildern der Fall, erzählt Max Weinstein, gerade bei Lichtwerbung müsse ein Elektriker ran.

Norbert Weinstein blättert in einem alten Fotoalbum. Er schaut sich die Arbeiten seines Vaters Günter und seines Großvaters Franz an. „In den 1960er und 1970er Jahren haben wir sämtliche Beschilderung für den Zoo gemacht“, sagt er und zeigt mehrere Fotos von Zooschildern. „Erst wurde das Tier fotografiert, dann auf das Schild gemalt“, beschreibt er die Arbeit. Der Gorilla, erinnert sich der 61-Jährige, habe an der Friedberger Warte Autofahrer erschreckt, so dass es gehäuft zu Unfällen kam. Das Schild musste weichen.

Die Faszination für Schilder hat die Weinsteins stets in jungen Jahren gepackt. „Ich bin direkt vom Kindergarten ins Geschäft gekommen“, erinnert sich Norbert Weinstein. Sein Sohn absolvierte die Ausbildung in einer anderen Werkstatt, schloss 2003 seine Ausbildung als Jahrgangsbester ab und kehrte zurück.

Lange Zeit gab es große Kunden wie die Henninger Brauerei oder den Zoo, mittlerweile sind es eher kleinere Unternehmen. Stammkunden sind aber auch öffentliche Einrichtungen oder größere Unternehmen wie der Flughafen oder die Firma „Rapp’s“.

„Heutzutage“, sagt Max Weinstein, „hat man weniger mit Design oder Kreativität zu tun, die meisten Kunden haben genaue Vorstellungen.“ Nur ältere Stammkunden ließen Freiräume, „die sagen dann: Ihr macht das schon“. Aufträge sind etwa, Fluchtwege zu beschildern, Sichtschutzfolien vor Büros zu bedrucken, oder schlicht Türschilder herzustellen. Kinowerbung malen die Weinsteins nicht mehr selbst. Das ist nicht die einzige Veränderung. Die Technik sei fortgeschritten, sagt Max Weinstein. „Vieles ist digital geworden – früher hat man selbst gezeichnet und dann mit einem Skalpell geschnitten“, sagt Norbert Weinstein. Das Geld für Werbeausgaben sitze bei den Unternehmen nicht mehr so locker.

Trotz der Veränderungen haben Vater und Sohn nach wie vor Freude an ihrer Arbeit. Ein großes Feld sei die Autobeschriftung, die billigste Werbung, die ein Unternehmen haben kann. Die Folien sind leicht wieder abzuziehen, man hat am Computer mehr Möglichkeiten, nachträglich die Größe zu ändern.

Werbung Weinstein Schilder , Wiener Straße 120-124, Telefon 63 19 99 64.

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