Wirtschaft in Frankfurt/Rhein-Main

Beschäftigung in der Region steigt langsamer

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Rhein-Main Die Wirtschaft in der Metropolregion wächst in geringerem Tempo als zuletzt. Trotzdem dürfte die Zahl der Jobs neue Höchststände erreichen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main wird trotz Unsicherheiten auf den Weltmärkten Ende des Jahres auf den zehnten Höchststand in Folge steigen und auch kommendes Jahr wachsen. Davon gehen die Wirtschaftskammern in dem Gebiet, das von Worms bis Fulda, dem Neckar bis in den Vogelsberg reicht, in ihrer Beschäftigungs- und Konjunkturprognose aus.

Der Stellenaufbau verlangsamt sich aber deutlich. 2018 wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in der Region um 58 000. Für dieses Jahr rechnen die Kammern gestützt auf eine Befragung von 2700 Unternehmen mit einem Anstieg um 37 000 Stellen, für das kommende Jahr lediglich mit einem Plus von 17 000 Arbeitsplätzen. Treten diese Prognosen ein, gibt es Ende kommenden Jahres 2,485 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in der Metropolregion.

Vor einem Jahr waren die Kammern noch deutlich optimistischer gewesen. Sie waren für das laufende Jahre sogar von einem Plus von 40 000 sozialversicherungspflichtigen Stellen und einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Region um 1,6 Prozent ausgegangen. Inzwischen rechnet die Kammer für das laufende Jahre nur noch mit einem Wirtschaftswachstums um 0,7 Prozent. Für das kommende Jahr prognostizieren die Kammern, wie der Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, Ulrich Caspar, am Montag sagte, ein Plus von 0,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt in der Region.

Industrie schwächelt

Noch am besten entwickelt sich der Dienstleistungssektor, für den die Kammern für kommendes Jahr ein Beschäftigungswachstum von 1,3 Prozent vorhersagen. Für die Industrie gehen sie dagegen sogar von einem leichten Beschäftigungsabbau aus, einem Minus um 5000 Jobs. Als mögliche Gründe für diesen Rückgang nannte Caspar am Montag unter anderem den Brexit, die Diskussionen über Diesel-Fahrverbote und den Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China.

Wachstumshemmend wirke sich zudem der Fachkräftemangel auf alle Branchen aus, sagte Caspar. Unternehmen hätten es immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden. Damit sich das ändere, müssten die Kommunen unter anderem mehr Wohnbauland ausweisen. Der IHK-Präsident warb dabei für Wohngebiete in Nähe der Arbeitsplatzhochburgen, also etwa von Frankfurt und Eschborn, statt an der Peripherie.

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