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Mit buntem Konfetti machten die Streikenden beim Überqueren der Friedensbrücke auf sich aufmerksam. Monika Müller(3)
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Mit buntem Konfetti machten die Streikenden beim Überqueren der Friedensbrücke auf sich aufmerksam. Monika Müller(3)

Gesundheit

Beschäftigte des Uniklinikums Frankfurt streiken

Sie fordern bessere Löhne und mehr Personal.

Wir retten Leben, wer rettet uns?“, „Pflege darf nicht krank machen“ und „Wir lassen uns nicht kaputt sparen“. Das war auf einigen Plakaten zu lesen, die am Freitagmorgen in einem bunten und lauten Demonstrationszug von Beschäftigten des Uniklinikums Frankfurt zu lesen waren. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Donnerstag und Freitag zum Warnstreik im Zuge der Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) aufgerufen.

Die Streikenden zogen mitten durch den morgendlichen Berufsverkehr. Ausgehend vom Uniklinikum ging es über die Friedensbrücke, am Baseler Platz vorbei und bis ins Gewerkschaftshaus. Sie machten reichlich Lärm und ließen Konfetti regnen, um auf Missstände an ihrem Arbeitsplatz aufmerksam zu machen und ihren Forderungen für die nächste Runde der Verhandlung am 27. und 28. November Gehör zu verschaffen. Rund 400 Beschäftigte, viele aus der Pflege, aber auch aus anderen Bereichen des Klinikbetriebs, schlossen sich an diesem Tag dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung an.

Das Uniklinikum fällt nicht unter den hessischen Tarif, sondern unter die Tarifregelungen der übrigen Bundesländer. Deswegen sind die Beschäftigten dort von den Verhandlungen mit der TdL betroffen. Diese starteten im Oktober und führten auch nach einer zweiten Runde noch zu keinem Ergebnis. Die fehlenden Angebote seitens der Arbeitgeber wertete die Gewerkschaft als „Provokation“, weswegen sie zum Streik aufrief.

Forderungen

Für alle Tarifbeschäftigten wird fünf Prozent mehr Lohn gefordert, mindestens aber eine Erhöhung um 150 Euro monatlich.

Im Gesundheitswesen sollen die Entgelte um 300 Euro und für Auszubildende, Studierende und Praktikant:innen um 100 Euro steigen.

Eine Laufzeit von 12 Monaten wird von den Streikenden gefordert.

Für Auszubildende soll die Übernahmeregelung, die bisher gilt, erneut vereinbart werden. Sonst läuft diese mit Ende des Tarifvertrags aus. pralm

Die Forderungen der Streikenden sind klar: „Wir wollen mehr Geld, mehr Wertschätzung und mehr Personal“ bringt es eine Fachkraft aus der Intensivpflege auf den Punkt. Sie wolle die Menschen auf ihrer Station in Würde versorgen können und keine reine Abfertigung betreiben. Das gehe aber nur, wenn sich die Bedingungen verbesserten.

Während des Streiks wurde eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen, damit trotz steigender Zahl von Corona-Patient:innen die Betreuung sichergestellt werden konnte. Die Pandemie und die damit einhergehende zusätzliche Belastung habe die Situation für Beschäftigte vor allem in der Pflege weiter verschärft, so die Gewerkschaftssekretärin Hilke Sauthof-Schäfer. „Es war ja schon vorher zu wenig Personal da, aber durch die Pandemie sind jetzt doch einige aus der Pflege in andere Berufe gewechselt“, stellt sie fest.

Einer der Streikenden, der im Labor des Uniklinikums tätig ist, beschreibt seine Motivation, mit auf die Straße zu gehen, so: „Die Pflege musste so unglaublich viel leisten während der letzten Jahre, mehr als sonst schon. Da ist es mir wichtig, den Pflegekräften gegenüber Solidarität zu zeigen.“ Die Beschäftigten in seinem Bereich wären eher ein bisschen versteckt und würden oft gar nicht von der Gesellschaft wahrgenommen. „Auch deswegen wollen wir heute Präsenz zeigen“, fügt eine seiner Kolleginnen hinzu.

Sauthof-Schäfer sieht indes die Politik in der Pflicht, eine angemessene Finanzierung für die Pflege zu ermöglichen. Vor allem müsse ermittelt werden, wie viel Pflegepersonal und medizinische Fachkräfte es brauche, um einen Patienten für 24 Stunden zu versorgen, und nach dieser Berechnung müsse dann Personal eingesetzt werden. Bisher gebe es hier nur eine Untergrenze, die aber „unterirdisch“ sei. Sie ist sich sicher, bei einer Verbesserung der Personalsituation würden einige Kolleg:innen ihre zuvor heruntergedrosselten Stunden wieder aufstocken und manche sogar in den Beruf zurückkehren.

Bei den Schildern war Kreativität gefragt.
Rund 400 Beschäftigte waren im Streik.

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