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Orang-Utans werden auf Sumatra ausgewildert, vorher müssen sie noch einiges lernen.

Zoologische Gesellschaft in Frankfurt

Zentrum für Naturschutz in Frankfurt geplant

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Die Zoologische Gesellschaft plant in Frankfurt ein Zentrum für Naturschutz. Im vergangenen Jahr hat sie in 18 Ländern und mit 30 Programmen Naturschutz und den Erhalt großer Wildnisgebiete gefördert.

Der Yaguas-Nationalpark im Norden Perus ist eines der Gebiete mit der größten Biodiversität der Erde. Erst im Januar hat es den Nationalparkstatus erhalten. Diesen 8700 Quadratkilometer großen Park zu schützen, ist eines der Anliegen der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Leider habe dieses Gebiet auch Goldvorkommen, die illegal abgebaut werden, sagt Klaus Becker, Präsident der ZGF am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz für 2017. Zurück blieben quecksilberverseuchte Mondlandschaften, ein immenser Schaden für Menschen und Natur. „Dagegen kämpfen wir gemeinsam mit der Regierung.“

Die ZGF hat im vergangenen Jahr in 18 Ländern und mit 30 Programmen Naturschutz und den Erhalt großer Wildnisgebiete gefördert. In Sambia etwa setzte sie sich gegen Elefantenwilderei ein und konnte dort Erfolge erzielen. In Kasachstan siedelte die Organisation wilde Esel wieder an, auf Sumatra kümmert sie sich um Orang-Utans und in der Ukraine engagiert sie sich dafür, dass dort die letzten Urwälder Europas geschützt werden.

Um nicht immer nur projektbezogen, sondern langfristig zu planen, würde die ZGF gerne in der Stadt eine Zentrale einrichten. „Wir glauben, Frankfurt ist reif für ein Conservation Center und einen weiteren ,Leuchtturm‘ neben Hochfinanz, Flughafen und Kultur“, sagt Geschäftsführer Christof Schenk. Hier könnten sich unterschiedliche Organisationen vernetzen.

Mit der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung habe eine international anerkannte wissenschaftliche Einrichtung mit dem Schwerpunkt Artenvielfalt und Klima ihren Sitz in Frankfurt, ebenso die KfW-Stiftung, die mit dem Bund zu den weltweit großen finanziellen Förderern von Artenvielfalt gehöre. Ziel sei es, so Themen besser in die Öffentlichkeit zu bringen.

Man sei bereits mit dem Kulturdezernat im Gespräch. Für das Center müsse natürlich auch ein Gebäude gefunden werden, da biete sich das Zoo-Gesellschaftshaus an, sagt ZGF-Präsident Becker. Den Zeitablauf plane man mit drei bis vier Jahren.

Rund 13,9 Millionen Euro hat die ZGF, die in diesem Jahr ihr 160-jähriges Bestehen feiert, für Naturschutz ausgegeben, den größten Etat jemals, sagt Becker. In der Serengeti begann Ende der 1950er Jahre mit Bernhard Grzimek das, was heute zu einem umfassenden Programm angewachsen ist. Der Arbeitsschwerpunkt liegt in Afrika.

Der Nationalpark in Tansania wird immer noch am stärksten unterstützt. Aber auch in Deutschland engagiert sich die ZGF mittlerweile. In Brandenburg etwa werden ehemalige Truppenübungsplätze wieder in Wildnis umgewandelt.

Doch die Naturschutzorganisation warnt,   dass Wildnisgebiete und Artenvielfalt Stück für Stück zurückgehen. Immer mehr Wald werde abgeholzt. Klimawandel, Bevölkerungswachstum und illegaler Goldabbau bedrohten die Schutzgebiete der ZGF. Derzeit versucht die Organisation ein riesiges Staudammprojekt im tansanischen Selous-Nationalparks zu verhindern. Sie befürchtet verheerende Folgen.

Auch wenn die Zahl der Nationalparks steige: „Das reicht nicht“, sagt Schenk. Denn viele seien weder finanziell noch personell ausreichend ausgestattet. Die ZGF sehe auch hier ihre Aufgabe darin, gegenzusteuern.

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