Beth Hart kommt in die Alte Oper.
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Beth Hart kommt in die Alte Oper.

Musikfestival in Frankfurt

Der Sound der Stadt ist weiblich

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Das Programm für das Musikfestival „Women of the World“ in Frankfurt und Bad Homburg steht. Dabei sein wird in diesem Jahr die kalifornische Charts-Stürmerin Beth Hart. Ein Wiedersehen gibt es mit der Kultband Garbage, Tanita Tikaram und Frida Gold.

Die Liste der Teilnehmerinnen ist komplett – und demnächst gibt es schon einen Vorgeschmack auf das, was Frankfurt im Mai erwartet: Das W-Festival, noch besser bekannt als „Women of the World“-Festival, wirft sein Licht voraus. Die kalifornische Charts-Stürmerin Beth Hart, bekannt unter anderem aus ihrer Zusammenarbeit mit Gitarrengott Joe Bonamassa, wird erwartet. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit der Kultband Garbage, mit Tanita Tikaram und mit Frida Gold, der Band, die mit „Wovon sollen wir träumen“ den Soundtrack zur Frauenfußball-WM 2011 lieferte.
Es ist das fünfte Mal seit dem Start im Jahr 2012, dass rund 20 Musikerinnen und Bands etwa eine Woche lang die Stadt rocken, diesmal vom 24. bis zum 28. Mai an acht verschiedenen Orten, vom schwimmenden Club D3 am Main bis zum großen Saal der Alten Oper.

Als sogenannte Kick-off-Veranstaltung haben die Festivalmacher die US-Sängerin Brenna Whitaker gewonnen, die mit jazzigem Bigband-Sound schon als „der neue weibliche Michael Bublé“ gefeiert wird. Sie singt am Mittwoch, 20. April, im Bad Homburger Kurtheater. Fast alle Auftrittsorte des Festivals sind in Frankfurt, drei Konzerte laufen in Bad Homburg.

Die Veranstalter, der Musikmanager Bernd Hoffmann und der Konzert- und Künstleragent Klaus Bönisch, haben sich wieder viel vorgenommen. „Uns geht es darum, die ganze Genrebreite und auch das ganze Altersspektrum zu zeigen“, sagt Hoffmann. Und warum ausschließlich Frauen? „Wir haben festgestellt: Seit sieben oder acht Jahren überwiegen schlagartig die weiblichen Acts. Es sind jetzt die Frauen, die sich an die Arbeit machen, die die Gesellschaft kommentieren.“ Vor fünf Jahren kam noch eines hinzu: „Uns war klar: Wir haben kein Strahlungsfestival“, sagt Hoffmann, also nichts, was musikalisch aus Frankfurt herausstrahlt, nachdem der Publikumsmagnet „Sound of Frankfurt“ beerdigt war. Die Entscheidung damals: „Also lass uns was bauen.“

Ein Innenstadt-Festival sollte es sein, aber dezentral an verschiedenen Orten, und nicht gratis, weil es sonst nicht zu finanzieren ist. Im ersten Jahr lief „Women of the World“ noch parallel zur Musikmesse, doch wie sich zeigte, zog das Festival keinen spürbaren Vorteil daraus – also kann es auch im Frühsommer laufen, wenn es angenehm warm draußen ist. Zugleich soll der neue Name W-Festival (gesprochen: „Dabbelju-Festival“, aber „Weh-Festival“ ist auch erlaubt) das Ganze ein wenig flotter über die Lippen kommen lassen.

„Frankfurt als Frauen-Hauptstadt Deutschlands“ – das fröhliche Prädikat schwebt den Organisatoren vor. Und nach fünf Jahren wollen sie mit dem Festival auch verstärkt „in andere Genres überschwappen“. Voriges Jahr war Schauspielerin Ulrike Folkerts dabei, dieses Jahr kommt der neue Comedy-Star Enissa Amani. Und künftig träumen Hoffmann und Bönisch sogar davon, jährlich einen Preis zu vergeben – über den Nachwuchswettbewerb hinaus, der bereits jetzt junge weibliche Talente lockt. Im vorigen Jahr holte sich die Sängerin Fee den Nachwuchstitel – und tritt nun im Hauptprogramm auf.

Ein erster Festivalerfolg für die 2016er-Ausgabe kündigt sich jedenfalls an: Beth Hart wird mit ihrem Gig wohl die Alte Oper ausverkaufen. Die Karten werden jetzt schon langsam knapp.

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