Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der neue Rufbus namens „Knut“ an der Haltestelle Kurmarkstraße in Nieder-Erlenbach.
+
Der neue Rufbus namens „Knut“ an der Haltestelle Kurmarkstraße in Nieder-Erlenbach.

Frankfurt-Nord

Teure Fahrt mit Knut

Der neue Rufbus „Knut“ fährt Umwege, weil seine Strecken sich nach Google Maps orientieren. Damit werden manche Fahrten wesentlich teurer. Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq arbeitet an einer Lösung.

Die Irritation beginnt am Bahnhof Berkersheim, als die Fahrt mit dem neuen Rufbus „Knut“ nach Nieder-Erlenbach schon gebucht ist. Die App „RMV On-Demand“ zeigt, wann der Bus am Abfahrtsort eintrifft, wie viele Fahrgäste dabei sind und auf welcher Route er den Gast zum selbstgewählten Ziel bringt. Die App ist übersichtlich. Dem Bussymbol auf der Karte zuzusehen, wie es sich meinem Standort nähert, verkürzt gefühlt die Wartezeit.

Nur: Warum will der Bus über den Frankfurter Berg und die A661 nach Nieder-Erlenbach fahren? Das ist ein großer Umweg, der sich auch noch außerhalb des Einsatzgebiets befindet. Knut verkehrt in Nieder-Erlenbach, Harheim, Bonames, Nieder-Eschbach und den Bahnstationen Berkersheim und Frankfurter Berg.

„17 Minuten bis dein Shuttle eintrifft“, zeigt die App an. Es dauert aber 21 Minuten. Der Fahrer will den Buchungscode wissen, dann kann man einsteigen. Der Fahrer ist ein freundlicher Mann mit Cappy, der die Maske trägt, wie es sich gehört, und der sicher fährt. Es sei sein zweiter Tag, und seine erste Fahrt mit einem Gast. Verständlich, dass er noch Schwierigkeiten mit der Technik hat. Weil er in Taxifahrer-Manier am Ziel abkassieren möchte, das System aber Zahlung bei Fahrtbeginn vorsieht, wird ihm die Route nicht angezeigt. Warum die App den Umweg vorgibt, kann der Fahrer nicht erklären.

So funktioniert die RMV-App On Demand

Vor der ersten Fahrt müssen Fahrgäste die App „RMV On-Demand“ herunterladen. Die findet man mit diesem Suchbegriff im Apple-Store und im Play-Store auf Android-Geräten. Sie ist noch nicht in die reguläre RMV-App integriert, weil diese zu alt dafür ist. 2022 soll die RMV-App neu aufgesetzt werden, sagt Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer und Namenspatron des Rufbusses in Frankfurt. Dann wird die On-Demand-App integriert. msr

Bei der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq ist das Problem bekannt, sagt Sprecher Klaus Linek. Die Brücke zwischen Harheim und Berkersheim ist für den ÖPNV freigegeben. Für private Fahrzeuge aber gesperrt. Darum betrachtet der Online-Kartendienst „Google Maps“ die Brücke als keinen zulässigen Weg für Autos, und auf „Google Maps“ basiert die App des Rufbusses. Darum leitet sie ihn von Berkersheim über die B3 nach Nieder-Erlenbach.

Die Strecke ist statt rund vier Kilometer nun elf Kilometer lang. Das macht die Fahrt teurer. Der Fahrpreis setzt sich aus dem Grundpreis von zwei Euro, einem Euro Komfortzuschlag und 0.30 Euro pro Kilometer zusammen. Damit erhöht der Fehler den Fahrpreis um 2,10 Euro. So kostet diese Fahrt 6.30 Euro.

„Wegen des Problems sind wir mit dem App-Hersteller „ioki“ im Gespräch“, sagt Linek. An der Lösung des Problems werde gearbeitet.

Die zweite Testfahrt von Nieder-Erlenbach zum Harheimer Sportplatz ist auch die zweite Fahrt für den freundlichen Cappy-Träger. Er kassiert die 3,90 Euro gleich ab. Zahlen kann man per Paypal, Kredit- oder EC-Karte. Barzahlung ist nicht möglich. Diesmal läuft es reibungslos, mit der App-Funktion kann man sogar Trinkgeld geben. Der Fahrer bekommt beim Ausstieg 1,50 Euro extra. Die restlichen 600 Meter vom Sportplatz zum S-Bahnhof Berkersheim bewältigt man lieber zu Fuß. Das ist günstiger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare