Der Andrang am Samstag war groß.

Berkersheim

Neue Flüchtlingsunterkunft in Berkersheim vorgestellt

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170 Geflüchtete sollen in die kürzlich fertiggestellte Wohnanlage einziehen, die vom Diakonischen Werk betrieben wird.

Das Interesse an der Besichtigung der neuen Geflüchtetenunterkunft in Berkersheim ist so groß, dass der im Verwaltungsraum geplante Empfang kurzerhand nach draußen ins Freie verlegt werden muss. Denn auf dem ehemaligen Gelände des Edwards-Sportfeldes haben sich am Samstag neben den zukünftigen Mitarbeitern nahezu der gesamte Ortsbeirat 10 sowie viele interessierte Anwohner eingefunden, um sich vorab über die Unterkunft zu informieren.

Bereits Mitte Februar sollen 170 Geflüchtete in die kürzlich fertiggestellte Modulbauanlage einziehen, die vom Diakonischen Werk Frankfurt betrieben wird. In vier der fünf zweigeschossigen Holzmodulbauten werden 23 Familien mit 63 Kindern und Jugendlichen sowie 54 alleinstehende Personen untergebracht. In einem weiteren Holzmodul sind neben der Verwaltung ebenfalls Gemeinschaftsräume vorgesehen, wie Doris Pfeiffer-Götze, eine der beiden Leiterinnen der Unterkunft, berichtet.

Insgesamt werden sich sechs Fachkräfte „rund um die Themen Arbeitsmarktvermittlung, Bildung, Integration und Sprache“ kümmern, sowie 13 weitere Mitarbeiter „als Ansprechpartner für die Bewohner vor Ort zur Verfügung stehen“, ergänzt ihre Kollegin Nazanin Pohlschmidt. 

Birkenfeld lobt schnelle Umsetzung 

Stadträtin und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) zeigt sich in ihrer Begrüßungsrede erfreut darüber, wie schnell sich die neue Unterkunft realisieren ließ und dankt dem Ortsbeirat 10 für seine tatkräftige Unterstützung. Schließlich wurde dieser erst nach der Sommerpause des vergangenen Jahres vom zuständigen Dezernat Soziales, Senioren, Jugend und Recht über die Planung der Unterkunft informiert. „Im Regelfall dauert es drei Jahre von der Planung bis zum Einzug, dass es in diesem Fall so schnell ging, ist wirklich toll“, so Birkenfeld. Sie habe Verständnis dafür, dass sich aufgrund dieser enormen Geschwindigkeit einige Bürger gewissermaßen überrumpelt gefühlt haben mögen. 

So sieht eine der Wohnungen aus.

Als Erklärung zieht sie jedoch die derzeitige Notsituation heran. Denn entgegen des „manchmal nach Außen hin entstehenden Eindrucks, es würden gar keine Geflüchteten mehr kommen“, betont sie, dass es in Frankfurt „nach wie vor mehr Neuzugänge in den Unterkünften als Auszüge“, gebe. 

Viele Flüchtlinge finden keine Wohnung 

Von den derzeit 4900 in der Stadt untergebrachten Geflüchteten seien rund 2600 bereits schutz- und bleibeberechtigt, „finden aber leider auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine Bleibe“, so Birkenfeld weiter. Da die meisten der zukünftigen Bewohner vorher in Hotels oder anderen Notunterkünften untergebracht gewesen seien, weist sie abschließend darauf hin, dass der Einzug in die neue Unterkunft für viele „eine erhebliche Verbesserung der Lebensumstände“ bedeutet. 

170 Geflüchtete ziehen im Februar ein.

Mit Blick auf die ehemalige Container-Unterkunft im Frankfurter Bogen sowie den Alten Flugplatz in Bonames weist Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) zudem darauf hin, dass man im Ortsbezirk auf viel Erfahrung mit Geflüchtetenunterkünften und dem Thema Integration zurückgreifen könne. „Wir haben eine Vielzahl von Vereinen, deren Mitglieder ehrenamtlich tätig sind. Wenn wir die neuen Bewohner positiv aufnehmen und die sich positiv aufnehmen lassen, dann gelingt das auch mit der Integration“, zeigt er sich zuversichtlich.

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