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Ersatz für marodes Gemeindehaus in Berkersheim gesucht

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Von: Brigitte Degelmann

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Pfarrerin Antonia von Vieregge sucht nach Lösungen.
Pfarrerin Antonia von Vieregge sucht nach Lösungen. © Rüffer

Die Michaelisgemeinde diskutiert über die Zukunft ihrer Räumlichkeiten. Derzeit baut sie eine neue Kita.

Wie lässt sich das Berkersheimer Gemeindehaus erhalten? Diese Frage treibt derzeit nicht nur die Kirchengemeinde St. Michaelis um, sondern viele Menschen im Stadtteil. Denn dort fehlt es an Räumen für Begegnungen.

Bisher sind Gemeindehaus und Kita der Gemeinde in einem Gebäudekomplex am Klingenfeld untergebracht. Dessen Bausubstanz ist allerdings so schlecht, dass ein Neubau nötig ist, vor allem im Hinblick auf die Kindergruppen. Nach langem Ringen entschied man sich schließlich dafür, das alte Pfarrhaus neben der Kirche zu opfern und dort eine neue Kita zu errichten. Für das Gemeindehaus war hingegen ein eigener Neubau vorgesehen.

Das Problem: Im vergangenen März beschloss die Evangelische Kirche Hessen-Nassau (EKHN) ein radikales Sparprogramm für kirchliche Gebäude, das drastische Kürzungen für Gemeindehäuser vorsieht. Mit der Folge, dass der Michaelisgemeinde mit ihren rund 700 Mitgliedern für solche Gemeinschaftsflächen nur noch 28 Quadratmeter zustehen würden. Viel zu wenig.

Nun überlegt man fieberhaft, wie sich das Projekt trotzdem verwirklichen lassen könnte. „Die Leute wünschen sich einen Ort für Begegnung, der das stabilisiert, was wir bei Festen hier erleben“, sagte Pfarrerin Antonia von Vieregge bei einer Gemeindeversammlung.

Kita-Neubau

Die Michaelisgemeinde baut aktuell auch eine neue Kita. Die Arbeiten lägen bisher ganz gut im Zeitplan, sagt Pfarrerin Antonia von Vieregge.

Beim nächsten Bauabschnitt, der in diesem Herbst ansteht, könnte allerdings „Chaos drohen“, warnt sie. Denn dafür müsse möglicherweise das Klingenfeld gesperrt werden. „Wir werden das rechtzeitig ankündigen.“

Läuft alles glatt, könnte der Neubau schon im April 2023 fertig sein, so dass der Umzug noch vor der Sommerpause erfolgen könne.

Infos zur Gemeinde gibt es unter michaelisgemeinde-frankfurt.ekhn.de.

An Ideen dafür mangelt es nicht, wie ein „Traumtag“ im vergangenen Juni zeigte, bei dem Mitglieder der Kirchengemeinde über die Zukunft ihres Gemeindehauses berieten: Vielleicht könnte man ja ein Familienzentrum samt Jugendraum schaffen und dafür städtische Fördermittel erhalten? Oder eine Seniorenbegegnungsstätte inklusive Tagespflege, mit Hilfe eines privaten Anbieters? Oder ein Stadtteil-Café? Auch mehrere Vereine wie der TSV Berkersheim hätten bereits Interesse an Räumen angemeldet, berichtete von Vieregge. Darüber hinaus wolle der EKHN-Regionalverband noch einen Vorschlag ausarbeiten, wie man eventuell ein kleines Gemeindehaus errichtet kann, das durch die gleichzeitige Schaffung von Wohnraum querfinanziert werden könnte.

Jetzt brauche es aber engagierte Menschen, die sich um dieses Vorhaben kümmerten und es koordinierten und strukturierten, sagte die Pfarrerin. Denn diese Aufgabe sprenge die Kapazitäten des Kirchenvorstands.

Helfen könnte eventuell auch ein Quartiersmanagement. Ein solches hat der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) kürzlich auch für Berkersheim gefordert.

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