Sascha Josephowitz (Mitte) nimmt eine Lieferung von Peter Lemanczika und Matthias Winges (rechts) entgegen. Anschließend bereitet er mit seinem Team die Auslieferungen vor.
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Sascha Josephowitz (Mitte) nimmt eine Lieferung von Peter Lemanczika und Matthias Winges (rechts) entgegen. Anschließend bereitet er mit seinem Team die Auslieferungen vor.

Berkersheim

Frankfurt in der Corona-Krise: Gasthaus setzt auf Lieferservice statt auf Kurzarbeit

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Das Gasthaus Zum Lemp kommt mit Teamwork durch die Corona-Krise. Speisen können bestellt und bis in Teile von Bad Vilbel geliefert werden.

Berkersheim - Aus der Gastronomie hört man derzeit viele Klagen über die aktuellen Corona-Regelungen. Dass die Restaurants wieder schließen müssen, können nicht alle verstehen. Die Verantwortlichen suchen nach Lösungen, oft werden staatliche Hilfen beantragt. Das Gasthaus „Zum Lemp“ in Berkersheim geht dagegen andere Wege, wie schon während des ersten Lockdowns im März und April.

Chef Sascha Josephowitz erinnert sich: Damals habe es nur drei Tage gedauert, bis der Tradtionsgasthof auf die neue Situation eingestellt war. Fortan konnten die Gäste ihr Essen abholen – oder es sich liefern lassen.

Gaststätten in der Corona-Krise - Lieferdienste oder Abholservice

Und so läuft es jetzt auch wieder. Dienstags bis samstags ab 17 Uhr hat der Lemp geöffnet. Doch statt im Laden die hungrigen Besucher und Besucherinnen zu bedienen, warten nun andere Aufgaben auf das Team. „Jetzt steht auch mal der Kellner in der Küche und schält Kartoffeln, während andere die Pakete für die Auslieferung zusammenstellen“, erzählt Josephowitz.

Abholen und Liefern lassen

Das Gasthaus Zum Lemp nimmt dienstags bis samstags von 17 bis 20.30 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 20 Uhr Bestellungen entgegen.

Bestellt werden kann unter der Telefonnummer 95 41 16 16. Unter www.zumlemp.com können zudem über ein Online-Tool Speisen geordert werden, die nach Berkersheim, Preungesheim, Frankfurter Berg, Harheim und Bad Vilbel-Heilsberg geliefert werden. Der Mindestbestellwert liegt dabei bei 17,50 Euro, dann kommen 2,50 Euro Liefergebühr dazu. Ab 25 Euro Bestellwert entfallen diese.

Dieses Teamwork sei auch der Schlüssel dazu, dass das Gasthaus bisher relativ gut durch die Corona-Krise gekommen ist. „Wir haben uns damals sofort zusammengesetzt und gemeinsam entschieden, dass wir die Herausforderungen angehen wollen“, blickt Josephowitz noch einmal in den März zurück. „Uns war klar, dass wir den Gürtel dann an einigen Stellen enger schnallen müssen. Aber unser Motto lautet: Lebbe geht weider!“

Corona-Krise in Hessen: Erfahrungen aus dem ersten Lockdown

Weiter angeboten wurde der Abhol- und Lieferdienst dann auch nach dem ersten Lockdown, vor allem für Gäste, die nicht so mobil sind. Hinter den Kulissen wurde weiter an dem Konzept gefeilt, denn den Verantwortlichen war klar, dass „Tag X irgendwann kommen werde“.

Nun war er da, und weiterhin gilt für den Lemp, dass nicht ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin wegen Corona in Kurzarbeit geschickt oder gar entlassen worden wäre. Auch auf staatliche Hilfe haben Sascha Josephowitz und seine Frau Kirsten bislang komplett verzichtet.

Stattdessen fahren die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nun die bestellten Essen aus. „Damit nehmen wir auch die soziale Verantwortung wahr, die wir als Gasthaus in einem Stadtteil wie Berkersheim haben“, erklärt der Chef. Weil die Stammkunden und -kundinnen wegen der Corona-Pandemie nicht mehr ins Restaurant kommen können, wo sie sonst auch den Kontakt und Austausch mit anderen haben, finde das eben an der eigenen Haustür statt. „Wir drehen den Spieß nun eben um“, fasst es Sascha Josephowitz zusammen: „Wir besuchen unsere Gäste.“

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