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Berkersheim

Berlersheim: Kein Zugang zum Niddatal

Bürgerinnen und Bürger im nördlichen Stadtteil haben Angst davor, nächstes Jahr abgeschnitten zu sein. Denn dann sind beide Querungen der Bahngleise gesperrt.

Berkersheim wird im kommenden Jahr nahezu vollkommen vom Niddatal abgeschnitten sein. Beide Möglichkeiten, die Bahngleise zu queren, fallen dann weg. Das beunruhigt viele Menschen, wie auch am Dienstag bei der Sitzung des Ortbeirates 10 (Berkersheim, Eckenheim, Preungesheim, Frankfurter Berg, Bonames) deutlich wurde.

Zunächst noch einmal die Ausgangslage. Aktuell ist die Unterführung Im Wiesengarten wegen der Arbeiten zum S6-Ausbau geschlossen. Die Wiederöffnung war von der Deutschen Bahn bereits für den diesjährigen Sommer, dann für den Oktober, zuletzt für den Dezember angekündigt worden. Nun soll es erst im April 2022 soweit sein, wie eine Bahn-Sprecherin bestätigt. Spätestens dann werde auch der Übergang in der Berkersheimer Bahnstraße gschlossen, und zwar für immer. Wenn dann im Spätsommer auch die Unterführung wieder gesperrt wird, wird es praktisch keinen direkten Zugang mehr ins Niddatal geben.

Darüber macht sich zum Beispiel Eva Bergs-Ohlsen große Sorgen. Sie wohnt in der Bahnstraße, und sie ärgert sich, dass „wir alle keinerlei Informationen erhalten, ob, wann und dass etwas gesperrt wird“. Sie fragt sich, „wie wir in Zukunft unsere Post erhalten, wie – und ob überhaupt – unsere Mülltonnen geleert werden, wie das Nachbarkind in die Schule gelangen soll“.

Diese Sorgen haben am Dienstagabend in der Ortsbeirats-sitzung einige Besucher und Besucherinnen geteilt. Sie können sich nicht vorstellen, wie es ab Spätsommer aussehen soll. Eine Frau fühlte sich – ohne das böse zu meinen – vom Ortsbeirat selbst etwas im Stich gelassen. Ein Mann nahm das Gremium in Schutz, sprach aber von einer „gewissen Ohnmacht“. Ein anderer echauffierte sich, dass die aktuell angedachte Idee, die Situation zu entschärfen, „ein Witz“ und „nicht hinnehmbar“ sei.

Die angesprochene Idee skizziert die Bahn-Sprecherin noch einmal. Mit dem Auto oder anderen größeren Fahrzeugen müsse ein Umweg über den Frankfurter Weg gefahren werden. Im Februar sollen dann Aufzüge errichtet sein, die – neben Treppen – den Zugang zu einer Behelfsbrücke an der S-Bahn-Station ermöglichen sollen. Damit habe man auch für Fahrradfahrer:innen und Fußgänger:innen eine Lösung gefunden.

Doch genau das wurde am Dienstag infrage gestellt. Denn in die Aufzüge passe nur jeweils ein Fahrrad rein. „Was ist, wenn man dringend auf die andere Seite zur S-Bahn muss, am Aufzug aber Stau ist?“, fragte ein Besucher rhetorisch. Dann bliebe ja nur die Treppe, was genauso wenig akzeptabel sei wie für Menschen im Rollstuhl oder Eltern mit Kinderwagen.

Als Alternativvorschlag wurde eine Rampe zur Brücke genannt. Doch diesem Ansinnen macht die Bahn-Sprecherin wenig Hoffnung: „Wenn man die Rampe erst nah am Bahnhof beginnen lässt, ist die Steigung zu groß. Mit einer geringeren Steigung würde das Bauwerk zu groß.“

Unter den Mitgliedern des Ortsbeirates, der bereits 2015 erstmals auf das Problem des abgeschnittenen Niddatals aufmerksam gemacht hatte, machte sich eine gewisse Ratlosigkeit breit. Stellvertretend sagt Gero Gabriel, Fraktionsvorsitzender der CDU, dazu: „Nun werden die Berkersheimer Bürgerinnen und Bürger für einen nicht unerheblichen Zeitraum hier vor massive Probleme gestellt. Das ist eine ausgesprochen ärgerliche Situation.“

Für eine Gruppe gibt es derweil tatsächlich eine Lösung: für den Reit- und Fahrverein Niddertal. Dessen Reithalle wäre bei einer Sperrung der Querungsmöglichkeiten für Pferde nicht mehr erreichbar gewesen. Er bekommt nun nach intensiven Gesprächen mit der Bahn vom Unternehmen eine temporäre Halle auf der Berkersheimer Seite der Gleise, 20 mal 40 Meter groß. Das, so Vereinsvorsitzender Lothar Bastian, sei „ein beidseitig guter Konsens“.

Kein Durchkommen: Im Spätsommer 2022 sind beide Querungsmöglichkeiten gesperrt.
Um zu den Zügen am Bahnhof Berkersheim zu kommen, müssen demnächst Aufzüge und Treppen genutzt werden.

Rubriklistenbild: © christoph boeckheler*

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