Weil die Bahnunterführung Im Wiesengarten gesperrt ist, fürchtet Vereinsvorsitzender Dieter Wolff um die Traditionskerb. Boeckheler
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Weil die Bahnunterführung Im Wiesengarten gesperrt ist, fürchtet Vereinsvorsitzender Dieter Wolff um die Traditionskerb.  

Berkersheim

Berkersheimer Kerb auf der Kippe

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Der Kerbeverein übt Kritik an gesperrter Eisenbahnunterführung Im Wiesengarten. Von deren Dauer hängt die Organisation der Traditionsveranstaltung ab.

Vom 25. bis 27. September soll die 254. Berkersheimer Kerb gefeiert werden. Doch noch weiß der Kerbeverein nicht, ob das traditionsreiche Fest auf dem Gelände neben der Reithalle, westlich des Bahndamms im Niddatal, steigen kann. Grund sind die Arbeiten der Deutschen Bahn, die derzeit zum Gleisausbau der S 6-Strecke im Frankfurter Norden erfolgen.

Seit Anfang des Monats ist daher die Bahnunterführung Im Wiesengarten gesperrt. Fußgänger, Radfahrer, Reiter – sie alle kommen nicht mehr durch. Die Sperrung sollte ursprünglich bis Dezember dauern, jetzt heißt es bis Mai 2021. Für den Kerbeverein ist die Verlängerung irrelevant, denn die Kerb wäre so oder so betroffen. Es sei denn, die Deutsche Bahn findet eine Lösung.

Aus diesem Grund hatten sich Vertreter von Verein und Bahn im Februar getroffen. „Nach diesem Gespräch sind wir fröhlich auseinandergegangen“, sagt Dieter Wolff, Vorsitzender des Kerbevereins. „Wir haben zwar keine konkreten Zusagen, aber doch positive Signale bekommen.“ Doch seitdem herrscht Funkstille. Die begründet ein Sprecher der Bahn mit einer Prüfung des „Bauablaufs hinsichtlich des Kerbetermins“. Diese Prüfung habe man Dieter Wolff bei dem Gespräch im Februar zugesichert, und „diese Prüfung dauert derzeit noch an“. Das heißt, dass es noch unklar sei, ob Ende September ein Zugang zum Festgelände über die Straße Im Wiesengarten möglich sein werde. „In jedem Fall wird aber der Zugang über den Berkersheimer Bahnübergang nutzbar sein“, so der Bahnsprecher.

Für Dieter Wolff ist das eine unbefriedigende Situation. Er sieht „die Ausführung der diesjährigen Kerb stark gefährdet“, wenn der direkte Weg aus dem Berkersheimer Ortskern zum Festplatz an der Nidda gesperrt ist. Diese Sperrung, so seine Forderung, soll bis spätestens zum 21. September beendet sein und nicht erst im Mai kommenden Jahres. Bis dahin wollten er und seine Mitstreiter „ganz laut um unsere Kerb kämpfen“.

Den alternativen Zugang zur Kerb über den Bahnübergang am Bahnhof ist aus seiner Sicht nicht zielführend. Das sei ein Umweg, der gerade für ältere und nicht so mobile Menschen schwer zu bewältigen sei. Vom Ortskern aus seien es dann fast 1,5 Kilometer zur Kerb – statt 500 Meter auf dem direkten Weg.

Doch nicht nur die Kerb muss möglicherweise unter den Sperrungen rund um den Bahnausbau leiden. Auch der Reit- und Fahrverein Niddertal, dessen neue Reithalle sich neben dem Festgelände befindet, ist betroffen. „Wir müssen derzeit den längeren Weg über die Bahnstraße nehmen“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Lothar Bastian. Auch er befinde sich in Gesprächen mit der Bahn, die, das betont er, bemüht sei, dem Verein zu helfen. Den Tag der Offenen Tür am 1. Mai hat er aber schon abgesagt, auch wegen der Corona-Krise.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) ist von der Sperrung ebenfalls genervt. Den Menschen sei durch die Sperrung der direkte Zugang zum Niddatal verwehrt. „Und das“, sagt er, „ist schließlich das Herz und das Wohnzimmer von Berkersheim.“

Lange will das Thema in die nächste Ortsbeiratssitzung eonibringen. Die ist für den 21. April vorgesehen. Allerdings geht Lange davon aus, dass die Sitzung wegen der Corona-Krise nicht stattfinden kann. „Dann werde ich die wichtigsten Themen, wozu die Sperrung zählt, mit den Fraktionen per E-Mail abstimmen“, kündigt er an.

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