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Szenen wie diese spielen sich mittlerweile täglich in Berkersheim ab.

Berkersheim

Ärger über rasende Lastwagen

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In Berkersheim monieren Anwohner den Lieferverkehr zur Bahn-Baustelle. 

Lastwagen, die mit erhöhter Geschwindigkeit durch die engen Gassen des Stadtteils fahren, die Schulkinder gefährden und die Straßen verdrecken: Der Ärger für die Anwohner in Berkersheim über den Baustellenverkehr der Bahn ist groß. Der Ortsbeirat 10 teilt den Unmut will sich nun noch einmal dringend mit der Bahn treffen.

20 bis 30 Baustellenfahrzeuge pro Tag zählt beispielsweise eine Anwohnerin in der Bahnstraße. Sie würden viel zu schnell fahren und seien extrem laut, berichtet sie am Dienstagabend in der Ortsbeiratssitzung. Oft missbrauchten die Fahrzeuge den Gehweg als Ausweichbucht, so dass dieser an vielen Stellen schon abgesenkt sei.

Eine andere Frau beobachtet seit Tagen „äußerst gefährliche Situationen auf dem Schulweg“, konkret an der Kreuzung Berkersheimer Obergasse/Berkersheimer Hohl/Berkersheimer Untergasse. Kinder müssten sich an Autos, die auf den Gehweg ausweichen, vorbeiquetschen. Ihr Sohn sei bereits „wiederholt in brenzliche Situationen geraten“.

Eine Familie sieht auch Gefahren für die Pferde, die es im Stadtteil zahlreich gibt: „Eine entsprechende Rücksichtnahme beim Führen der Tiere über die Bahnstraße seitens der Fahrzeugführer haben wir bislang vermisst.“ Anwohner Manfred Christmann spricht von einer „dramatischen Situation“. Dieter Wolff, Vorsitzender des Bürgervereins Berkersheim, erhält immer wieder Anrufe mit Beschwerden von Anwohnern.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) hat sich deshalb an die Bahn gewandt, die E-Mails der verärgerten Bürger weitergeleitet und mit Nachdruck um Antwort gebeten. Die blieb bislang aus.

Lange fürchtet, dass sich die Situation weiter verschlimmern kann. „Die Bahn hatte einst zugesagt, den Baustellenverkehr über eine neue Abfahrt von der B3 in Bad Vilbel zu leiten. Die sollte bereits im vergangenen Jahr gebaut werden – geschehen ist bislang nichts.“ Und das werde noch eine ganze Zeit dauern, wie er seit einem Gespräch mit der DB Netz wisse.

Ein Sprecher der Bahn räumt ein, dass die Erdtransporte „eine zusätzliche Verkehrsbelastung“ für Berkersheim bedeuten. Allerdings seien die Straßen und Wege, die genutzt würden, mit den jeweiligen Ämtern abgestimmt. Hinweise zur Fahrweise der Lastwagenfahrer nehme man sehr ernst, Bürger könnten diese auch beim Bürgertelefon der Bahn melden (Telefon 01 60 / 97 46 41 65, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr).

Die Verschmutzung der Fahrbahnen ließe sich bei den derzeitigen Witterungsbedingungen „leider nicht vermeiden“. Man stehe diesbezüglich aber mit der Baufirma in Kontakt.

Für Robert Lange drängt die Zeit. „Das ist alles kein Spaß mehr.“ Er wird daher von der Bahn ein weiteres Gespräch einfordern, an dem auch der Harheimer CDU-Ortsvorsteher Frank Immel teilnehmen soll. Dieser sieht auch auf seinen Stadtteil Harheim viel Verkehr und damit Unmut zukommen. Denn so lange sich der Bau der Abfahrt an der B3 verzögere, komme eine andere Zufahrt in Betracht: über eine Niddabrücke. An der hätten kürzlich vorbereitende Arbeiten stattgefunden. Sollte diese also fertig sein, „wird der ganze Verkehr über Harheim laufen“, mutmaßt Immel. „Wir reden von bis zu 200 Lastwagenfahrten pro Tag.“

Viele Berkersheimer erinnern sich an eine Infoveranstaltung der Bahn im Jahr 2017. Damals hieß es: „Es wird kein Schwertransport durch den Ortskern fahren.“ Nun wären viele froh, wenn es wenigstens nicht zu einem Unfall käme.

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