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Mahnmal aufgestellt: Zerbeultes Blech soll Raser in Bergen-Enkheim bremsen

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Von: Thomas Schmid

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Arthur Mölller und Dorothe Bogner am Mahnmal.
Arthur Mölller und Dorothe Bogner am Mahnmal. © Sauda

Ein Mahnmal steht für zwei Wochen im Fritz-Schubert-Ring in Frankfurt Bergen-Enkheim. An Tempo 40 halten sich dort nicht alle Autofahrer und Autofahrerinnen.

Bergen-Enkheim – Die Situation im Fritz-Schubert-Ring in Frankfurt Bergen-Enkheim ist nicht ganz ungefährlich. Tempo 40 lautet zwar die Geschwindigkeitsbegrenzung, doch manche Autos fahren schneller. Deutlich schneller. „Es wird dramatisch, denn da hinten beginnt ein Gefälle von zehn Prozent, dazu eine unübersichtliche, langgezogene Kurve“, sagt Ellen Wild.

Sie saß lange für die Bürger für Frankfurt (BFF) im Ortsbeirat 16, trat aber jüngst zurück. Nun führt ihre Nachfolgerin Dorothee Bogner den Kampf gegen die Raser fort.

So auch an diesem trüben Vormittag. Die beiden stehen, mit Mathias Pfeiffer, dem Fraktionsvorsitzenden der BFF im Römer, am Anfang des Fritz-Schubert-Rings. Noch vor dem Gefälle. Hier parkt seit etwa 10 Uhr ein Mahnmal für Verkehrsopfer. Es ist ein Unfallauto, an dessen Front ein Baum emporragt.

Stiftung stellt Mahnmal in Bergen-Enkheim auf: „Es stellt die Folgen eines Crashs mit einem Baum dar“

„Es stellt die Folgen eines Crashs mit einem Baum dar“, sagt Arthur Mölleraus Eschersheim, Ehrenpräsident der Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern. Er ist seit 1986 mit seiner Stiftung unterwegs – nachdem er drei Kinder bei Verkehrsunfällen verloren hat.

Die Sitzung

Der Ortsbeirat 16 tagt am Dienstag, 15. Februar, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Bergen, Schelmenburgplatz 2.

Stiftung stellt Mahnmal in Bergen-Enkheim auf: Tour durch ganz Deutschland

Mit den Mahnmalen tourt seine Stiftung durch ganz Deutschland, stellt sie an gefährlichen Stellen auf und auch auf Autobahn-Raststätten. Sie warnen vor zu schnellem Fahren, vor dem Gebrauch von Handys im Auto oder mahnen ganz allgemein zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

Jetzt also auch im Fritz-Schubert-Ring. „Maximal zwei Wochen darf der Anhänger mit dem Unfallauto darauf hier stehen“, sagt Möller. Danach muss der Standort gewechselt werden. Entlang des Schubert-Rings gibt es viele Gefahrenstellen. „Oder vielleicht parkt er anschließend in der Vilbeler Landstraße“, schlägt Bogner vor.

Ellen Wild wohnt ganz unten, dort, wo die Kurve und das Gefälle extrem sind. „Wenn da steht, sie dürfen 40 fahren, fahren viele mindestens 50. Wenn es dann glatt ist und sie in die Bremsen treten, landen sie entweder bei mir in der Mauer oder bei den Nachbarn.“

Mahnmal in Bergen-Enkheim: BFF beantragt Tempo 30 auf dieser Straße einzuführen

Acht Unfälle hat sie schon auf ihrem Grundstück gehabt, darunter auch solche mit Todesfolge, und wenn sie sich daran erinnert, kämpft sie noch heute mit den Tränen. „Deswegen war es mir immer ein Anliegen.“ Selbst wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 so wenig beachtet würde wie die auf 40 – „wer die Regel um zehn Stundenkilometer überschreitet, fährt dann eben nur 40 statt 50. Und das kann Leben retten.“

„Ursprünglich sollte der Anhänger unten stehen, in der Kurve“, sagt Pfeiffer. „Aber da ist es eine Grünfläche, und das Grünflächenamt hat das Abstellen des Anhängers dort nicht genehmigt.“ Jetzt also am Straßenrand, etwas zum Ärger der Anwohner:innen, die einen der kostbaren Parkplätze verloren sehen. Wenn auch nur für zwei Wochen.

Die BFF beantragt in der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 16 (Bergen-Enkheim) einmal mehr, Tempo 30 auf dieser Straße einzuführen. Um darauf aufmerksam zu machen, haben Bogner und Pfeiffer sich entschlossen, Arthur Möller und seinen Anhänger hierher zu bitten. Es gibt jedoch noch mehr Anträge in der kommenden Sitzung, die sich mit Geschwindigkeitsbeschränkungen befassen. So will die größte Fraktion, „Wir Bergen-Enkheimer“, Tempo 30 im ganzen Stadtteil durchsetzen.

Auch der Osten von Frankfurt ein Problem mit Autofahrern, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Einigen Frankfurtern ist das schon länger ein Dorn im Auge, sie stellten eine klare Forderung an die Stadt. (Thomas Schmid)

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