Die Busverbindungen reichen den Bergern nicht. Foto: Christoph Boeckheler
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Die Busverbindungen reichen den Bergern nicht. 

Bergen-Enkheim

Unterschriften für die Tram nach Bergen

Bewohner fordern bessere Verkehrsanbindung. Verwaltung sieht keinen Bedarf.

Die Verkehrssituation in Bergen bleibt für viele Bewohner des Stadtteils ein Ärgernis. Eine Anbindung in die Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln besteht nur durch Busse, die durch die angespannte Verkehrssituation allerdings auch keine ideale Lösung darstellen.

Aus diesem Grund wurde bereits im November eine Unterschriftensammlung über das Bürgerbeteiligungsportal der Stadt Frankfurt initiiert, die sich für eine Reaktivierung der Straßenbahn aus Bergen in die Stadt einsetzt. Die alleinige Anbindung durch Busse würden die ohnehin angespannte Verkehrslage im Stadtteil gerade zu den morgendlichen Stoßzeiten zusätzlich belasten und sei davon ab keine sonderlich umweltfreundliche Lösung, so die Begründung des Antragstellers Benedikt Wilke.

Einer der Unterstützer der Petition ist Johannes Böff. Der Politologe und Stadtgeograph ist in Bergen aufgewachsen und lebt seit mehreren Jahren in der Marktstraße, der Hauptverkehrsader des Stadtteils. „Besonders am Morgen und zum Feierabendverkehr ist die Straße völlig verstopft“, beklagt Böff.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei man so oft über eine dreiviertel Stunde unterwegs, wenn es gut laufe. Dies störe viele Bewohner des Stadtteils. „Es hat sich seit Jahren kaum etwas an dieser Situation getan. Unser Stadtteil ist ein Weißer Fleck in der Verkehrsplanung. Viele fragen sich, warum passiert da nichts?“, sagt Böff.

Deshalb sei die Unterstützung für die Petition in Bergen groß. Bereits nach zwei Wochen seien drei Viertel der erforderlichen 200 Unterschriften zusammengekommen. Am Ende waren es knapp 350 Unterschriften, die dem Magistrat vorgelegt wurden. Die kürzlich erfolgte Antwort dürfte für alle Unterstützer jedoch ernüchternd sein.

Stadt lehnt ab

Die Stadtverwaltung sieht in Bergen keinen Handlungsbedarf. Es gäbe bereits ein gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtteil, etwa durch die U4 und die U7 in benachbarten Enkheim. Außerdem würden regelmäßig Busse sowohl in die Innenstadt als auch zur U-Bahn fahren.

Eine Reaktivierung der Tram hält die Stadtverwaltung für nicht realistisch. Die ehemalige Trasse sei nicht mehr vorhanden, sondern diene inzwischen als Radweg. Die Trasse müsste neu gebaut, die Schienen neu gelegt werden. Das würde bei hohen Bau- und Betriebskosten nur wenige neue Fahrgäste und keinen Reisezeitgewinn bieten.

Laut Stadtverwaltung wurde allerdings im Zuge der Arbeiten am Gesamtverkehrsplan 2030 unterschiedliche Varianten und Vorschläge zur Schienenanbindung in Betracht gezogen. So sei etwa eine Verlängerung der Bahn von Enkheim bis Bergen denkbar. Oder ein Abstecher von der Seckbacher Landstraße über den Atzelberg nach Bergen. Die Untersuchung dieser Ideen stehe noch aus.

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