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Der Spargel wächst.

Frankfurt-Bergen

Streit über Sanierung der Bundesstraße 521 geht weiter

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Landwirte akzeptieren das Kompromissangebot von Hessen Mobil nicht. Der Ortsbeirat 16 möchte vermitteln.

Nachdem die Sanierung der Bundesstraße 521 zugunsten eines Spargelbauern um einige Monate verschoben wurde, zeigen sich andere an der Straße ansässigen Landwirte mit dem Ergebnis unzufrieden.

Ursprünglich plante die Behörde Hessen Mobil mit der Sanierung Mitte März zu beginnen. Ein Landwirt, der auf seinem Hof an der B521 Spargel verkauft, erreichte, dass die Bauarbeiten auf Ende Juli – hinter die Spargelernte – verschoben werden. Sein Argument: Spargel sei seine Haupteinnahmequelle, die Straßensperrung könnte sein finanzielles Aus bedeuten.

Bei seinen Bemühungen hatte er den Ortsbeirat 16 auf seiner Seite. Während er sich über den im Januar vereinbarten Kompromiss erfreut zeigte, sind die anderen dort ansässigen Bauern enttäuscht von der Lösung.

Auch für ihre Verärgerung hat der Ortsbeirat Verständnis. Zur kommenden Sitzung soll es einen entsprechenden Antrag geben, so Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU). „Die anderen Landwirte sagen, die Milch muss das ganze Jahr wegtransportiert werden und genau in dieser Saison würde die Getreideernte beginnen. Sie haben von der Verschiebung gar nichts.“ Eine Leidtragende ist Sigrid Vetter. Sie lebt und arbeitet auf einem Hof an der B521, der während der rund drei Monate andauernden Bauarbeiten unzugänglich bleiben wird.

„Die Bauern auf der anderen Seite der Bundesstraße haben einen Zugang über die Feldwege“, sagt sie. „Aber zu unserem Aussiedlerhof kommt man nur über die Bundesstraße. Auf den Pfaden hinter dem Haus, da kann man mit einem PKW nicht entlangfahren.“

Alle vierzehn Tage komme ein Tierfuttertransport, mehrmals in der Woche müsse ein Spediteur durch, der die Milch ihrer 50 Kühe abholt. „Die Baubehörde argumentiert nur so: Sie fahren doch auch über die Bundesstraße. Sie profitieren doch auch von der Sanierung“, ärgert sie sich. Außerdem gäbe es einen Hofverkauf, der gerade im Sommer von vielen Familien genutzt würde, um zwischen 17 und 19 Uhr frische Milch zu holen.

Das Angebot von Hessen Mobil, dass das Milchauto über die Baustelle fahren dürfe, hält sie für unzureichend, zumal die Haftung nicht geklärt sei. „Oder schlimmer noch“, sagt sie. „Was ist wenn es brennt oder der Notarzt kommen muss?“ Sie plädiert dafür, dass in drei Etappen saniert wird und ihr Hof von je einer Seite angefahren werden kann.

Der Vorschlag, der die Neuasphaltierung wie bereits vor einigen Jahren mit einer Einbahnstraßenregelung durchzuführen wurde abgelehnt“, sagt Renate Müller-Friese. „Die Begründung war, die heutigen Geräte seien dafür zu groß.“

Hessen Mobil hält daran fest, die Sanierungen wie geplant durchzuführen. Die Behörde hätte versucht, die Einschränkungen für die einzelnen Landwirtschaftsbetriebe so gering wie möglich zu halten, heißt es auf Nachfrage der FR. Für individuelle Lösungsmöglichkeiten stehe sie mit allen Anliegern in Kontakt.

Der Ortsbeirat 16tagt am Dienstag, 26. März, um 19.30 Uhr in der Nikolauskapelle, Am Königshof / Marktstraße 56.

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