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Sanierung des Schelmenburgplatzes verschiebt sich weiter

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Von: Friedrich Reinhardt

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So stellte sich die Vorplanung von 2017 den neuen Schelmenburgplatz vor. Davon ist der Platz Jahre entfernt.
So stellte sich die Vorplanung von 2017 den neuen Schelmenburgplatz vor. Davon ist der Platz Jahre entfernt. © Stadtplanungsamt

Der Streit um den zentralen Stadtteilplatz beginnt von Neuem. Die Stadt will die Platzmitte begrünen.

Nachdem der Baumstreit um den Schelmenburgplatz zu Beginn des Jahres beigelegt wurde, ist nun wieder offen, wann die holprige Betonfläche vor der Burg saniert wird. Sicher ist nur: So bald wird sich auf dem wichtigsten Veranstaltungsplatz Bergen-Enkheims erst einmal nichts tun.

„Die Stadt Frankfurt muss sich den Herausforderungen des Klimawandels stellen. Dies beinhaltet auch die Berücksichtigung von ausreichender Verschattung auf den umzugestaltenden Stadtplätzen durch Baumpflanzungen“, schreibt das Stadtplanungsamt auf Anfrage und wirft damit die im Winter getroffene Einigung mit dem Ortsbeirat 16 (Bergen-Enkheim) über den Haufen.

Im Jahr 2017 hatte die Stadtregierung eine Vorplanung für den neu gestalteten Schelmenburgplatz vorgestellt. Später wollte die Stadt die Planungen um Bäume auf der Mitte des Platzes ergänzen. Sie reagierte damit auf Erfahrungen etwa auf dem Riedbergplatz. Weil auf der Betonwüste Grün und Schatten fehlen, erhitze sich der Platz im Sommer auf bis zu 70 Grad Celsius.

Im Stadtteil war man von dem Baumvorschlag wenig begeistert. Auf dem Schelmenburgplatz wird alle vier Jahre das Schelmenspiel aufgeführt, das für die hinteren Reihen nicht von Baumkronen verdeckt werden sollte. Hier wird der Berger Markt gefeiert. „Und eigentlich hätten wir hier gern einen Wochenmarkt, mit mehr Budenbetreibern als bisher“, sagte Günther Kraus, Fraktionschef der WBE. „Auf dem neu gestalteten Platz muss auch dafür Platz sein.“ Schließlich lenkte die Stadt ein.

„Dem Bedürfnis, eine große, zusammenhängende Fläche für kulturelle Veranstaltungen vorzuhalten, wurde in der politischen Abstimmung Vorrang eingeräumt. Somit sind im Entwurf zur Umgestaltung des Platzes derzeit keine Bäume auf der Platzfläche vorgesehen“, hieß es aus dem Planungsdezernat. Stattdessen sollten 23 Bäume am Rand des Platzes gepflanzt werden.

Da Riedberg- und Schelmenburgplatz nicht die einzigen Betonwüsten in der Stadt sind, will der Magistrat nun „fachübergreifend einen Leitfaden für zukünftige Umgestaltungsmaßnahmen“ entwerfen. An diesem soll sich auch die Gestaltung des Schelmenburgplatzes orientieren. So will das Planungsdezernat seine Planungen für den Schelmenburgplatz mit dem Umwelt- und dem Mobilitätsdezernat abstimmen. „Die große Stellplatzanlage in der Platzmitte soll verändert und begrünt werden“, heißt es.

„Ich hoffe, dass das nicht die nächste unendliche Geschichte in Bergen-Enkheim wird“, sagt Ortsvorsteherin Alexandra Weizel (WBE). Der Prozess ziehe sich schon seit Jahren hin. Wegen der tragenden Rolle des Platzes für das Schelmenspiel sei sie über die Kehrtwende des Magistrats verwundert. „Es ist in höchstem Maße irritierend, auf der einen Seite Lokalkolorit und Ehrenamt zu loben und auf der anderen Seite Bäume in den Weg zu pflanzen.“

Auch der stellvertretende Ortsvorsteher Winfried Bender (CDU) schüttelt den Kopf. Mit einer Metapher verdeutlicht er den Konflikt zwischen Klimaanpassung und den Erfordernissen kultureller Veranstaltungen: Er fragt, wann eigentlich im Waldstadion Bäume gepflanzt werden, damit den Fußballern nicht zu heiß wird.

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