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Seit Jahren ist das Alte Rathaus auf der Marktstraße in Bergen-Enkheim, vor dem Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) steht, eingerüstet.
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Seit Jahren ist das Alte Rathaus auf der Marktstraße in Bergen-Enkheim, vor dem Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) steht, eingerüstet.

Bergen-Enkheim

„Das Alte Rathaus ist ein ganz trauriges Kapitel“

  • vonJanis Berling
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Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) blickt im Interview auf das Corona-Jahr zurück und erläutert, warum sich geplante Sanierungen wie die des Alten Rathauses weiter verzögern.

Renate Müller-Friese (CDU), Diplom-Kauffrau und Diplom-Volkswirtin, ist seit 2008 Mitglied des Ortsbeirats 16 und seit 2011 Ortsvorsteherin von Bergen-Enkheim. Vorher war die gebürtige Berlinerin fünf Jahre Kinderbeauftragte des östlichen Stadtteils. Bei der Ortsbeiratswahl im März dieses Jahres wird die Ortsvorsteherin nicht mehr kandidieren, um nach eigener Aussage Platz für einen frischen Blick auf die Dinge zu machen.

Frau Müller-Friese, gegen Jahresende war der Umbau des Schelmenburgplatzes, der saniert und verschönert werden soll, Thema im Ortsbeirat. Es gab Probleme mit den Plänen zur Gestaltung des Areals. Sind sie dennoch positiv gestimmt, dass die Sanierung jetzt endlich in Angriff genommen wird?

Die Sanierungsarbeiten, die 2020 beginnen sollten, wurden auf den Herbst diesen Jahres verschoben. Ich fürchte leider, dass es zu weiteren Verzögerungen kommen könnte, wenn sich durch die komplexe Ausschreibung der Baubeginn noch bis in den November und Winter hinein verschiebt. Da muss der Ortsbeirat hartnäckig bleiben und auf eine schnelle Bearbeitung pochen.

Nach zweijähriger Bauzeit wurde im November der neue Parkplatz des Hessen-Center eröffnet. Zugleich verliert das Einkaufszentrum mit der Kaufhof-Filiale nun einen wichtigen Ankermieter. Im Stadtteil wächst daher die Sorge um die Zukunft des Centers. Wie sehen sie die Situation?

Ich freue mich zunächst, dass der neue Parkplatz endlich fertig ist. Das Hessen-Center ist wieder gut erreichbar, das dürfte sich positiv auf die Anziehungskraft auswirken. Trotz der Schließung des Kaufhofs und der aktuellen Belastung durch die Umstände, macht die Leitung des Centers in dieser schwierigen Situation einen guten Job. So kam im August ein neuer Lebensmittelladen hinzu, um den weggezogenen Supermarkt zu ersetzen. Ich denke also, dass das Einkaufszentrum insgesamt attraktiver geworden ist und blicke dort positiv in die Zukunft.

Ein langwieriges Thema ist auch das Neubaugebiet Leuchte. In diesem Jahr sollen nach langer Planungsphase die Erschließungsarbeiten beginnen. Sind Sie zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann?

Wir werden in der ersten Sitzung des neuen Jahres am 19. Januar Vertreter des Stadtbauamtes zu Gast haben, die Auskunft zur aktuellen Situation erteilen und Fragen von Anwohnern beantworten. Bisher sieht es danach aus, dass die Erschließung im Frühjahr bis Sommer diesen Jahres wie geplant starten kann. Inzwischen wurden auch die ersten Bauanträge gestellt. Natürlich kann es noch zu Verzögerungen kommen, etwa wenn tatsächlich historische Siedlungsreste bei den Arbeiten gefunden werden.

Ortsbeirat

Bergen-Enkheim wurde 1977 als östlichster Stadtteil von Frankfurt am Main eingemeindet. Rund 18 000 Menschen wohnen dort (Stand 2019). Seit den siebziger Jahren verleiht der Stadtteil den bundesweit bedeutsamen Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“.

Der Ortsbeirat 16 hat 19 Mitglieder, je fünf gehören der CDU und der Wählergruppe „Wir Bergen-Enkheimer“ an. Die SPD hält vier Sitze. Zwei Mitglieder entsenden die Grünen, einen jeweils die BFF, die FDP und die Linke. Die erste Ortsbeiratssitzung in diesem Jahr ist voraussichtlich am Dienstag, 19. Januar, um 19.30 Uhr, im Saalbau der Stadthalle Bergen, Schelmenburgplatz 2.

Die FR blickt mit allen 16 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern in Frankfurt zurück auf das Jahr 2020. Die Serie erscheint in loser Folge. jbe

Die Sanierung des seit Jahrzehnten gesperrten Alten Rathauses sollte eigentlich längst formen annehmen. Wann kann man mit der Fertigstellung rechnen?

Für uns als Ortsbeirat ist das Rathaus leider ein ganz trauriges Kapitel. Momentan sieht es danach aus, dass die Instandsetzung frühestens 2024 fertig gestellt werden kann. Das ist eine lange Zeit und die Verzögerung ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr wirklich vermittelbar.

Warum verschieben sich die Arbeiten erneut?

In die Sanierung sind viele verschiedene Ämter involviert, was die Planungsarbeiten erschwert und verlängert. Zudem sind neue Schäden am Gebäude entdeckt worden. Dadurch musste die Sanierung teils neu geplant werden. Zumindest sollen die Arbeiten in diesem Jahr beginnen.

Auch Bergen-Enkheim blieb von den Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht verschont. Trotzdem konnten Sie etwa das Stadtschreiberfest im August als Open-Air-Fest abhalten. Zeigt dies exemplarisch, wie Bergen-Enkheim mit der Pandemie umgeht?

Es gab in ganz Bergen-Enkheim viel Bewegung während der Pandemie. Viele Bergen-Enkheimer haben sich kreative Gedanken gemacht, wie man die Zeit möglichst gut nutzen kann.

Welche zum Beispiel?

Während des Lockdowns im Frühjahr sind viele neue Online-Angebote im Stadtteil entstanden. Der Turnverein etwa hat ein spezielles Sportprogramm entwickelt, ein Großteil der Gastronomen bietet Essen zum Take-Out an und sogar die Kirche nimmt einen wöchentlichen Podcast auf. Auch wenn es natürlich nicht einfach ist, hoffe ich, dass es gelingt, aus dieser Zeit viel Positives für die Zukunft mitzunehmen.

Für Sie persönlich ist es das letzte Jahr im Ortsbeirat. Bei der Ortsbeiratswahl im März treten Sie nicht mehr an. Welches Fazit ziehen sie nach 13 Jahren im Stadtteilparlament und zehn Jahren als Ortsvorsteherin?

Die Arbeit im Ortsbeirat ist für mich eine ganz wichtige Aufgabe, in der man viel bewegen kann. Leider laufen viele Dinge sehr langsam, da würde man sich natürlich oft eine schnellere Umsetzung wünschen. Es waren zu Beginn meiner Amtszeit einige Kinder im Ortsbeirat, die sich eine Skaterbahn im Stadtteil gewünscht haben. Die haben sie auch bekommen, allerdings zehn Jahre später. Das tut schon weh.

Und was war für Sie besonders positiv?

Wir haben im kulturellen Bereich viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Zum Beispiel Großveranstaltungen, Kunstprojekte oder unseren Literaturpreis, den „Stadtschreiber von Bergen“. Ich denke zudem, dass es uns als Ortsbeirat gelungen ist, den Stadtteil an vielen Stellen zu verschönern und Infrastrukturprojekte anzukurbeln.

Interview: Janis Berling

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