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Der FES-Kofferraumservice ist beliebt bei den Bürgern. Aber nicht überall reicht der Platz.

Bergen-Enkheim

Neue Fläche für Müllplätze in Bergen-Enkheim

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Die beiden Abgabestellen in Bergen-Enkheim sind laut FES veraltet und zu klein geworden. Der städtische Entsorgungsbetrieb sucht nach einer Fläche für eine größere, moderne Sammelstelle. Der Ortsbeirat ist gegen eine Schließung.

Die städtische Entsorgungsfirma FES möchte die zwei Entsorgungsstationen in Bergen-Enkheim schließen und stattdessen einen größeren, moderneren eröffnen. Bisher fehlt dafür der Platz. Zudem schaltete sich der Ortsbeirat 16 ein, der sich einsetzt, seine beiden Müllplätze im Stadtteil unverändert zu erhalten. Er besteht auf einen Eingemeindungsvertrag, in dem die Erhaltung beider Sammelstellen – in der Enkheimer Barbarossastraße und dem Bergener Landgraben – festgeschrieben ist.

„Ich sehe manchmal Kleingärtner, die bringen ihren Grünschnitt mit dem Fahrrad oder dem Bollerwagen zum unteren Müllplatz“, argumentiert Ellen Wild (BFF). Für Ältere oder Menschen ohne Auto sei die Schließung eines Platzes unzumutbar. Sie sieht den Service eingeschränkt.

Das Gegenteil sei der Fall, findet Michael Werner, Leiter der FES. „Es gibt schon länger die Überlegung, einen neuen Platz zu bauen, der mehr Ablagemöglichkeiten bietet und benutzerfreundlicherer ist.“ Aus seiner Sicht seien, anachronistisch für Frankfurt, die Müllablageplätze in Bergen-Enkheim schlecht ausgestattet.

Es könnten zwar Altglas- und Altkleider, Sperrmüll, Elektrogeräte und Grünschnitt gratis abgegeben werden – die Kosten werden mit der Abfallgebühr gedeckt – aber Bauschutt, Schadstoffe und Altreifen beispielsweise hätten dort keinen Platz. Dass den Mitarbeitern nur Dixi-Toiletten zur Verfügung stünden, würde er ebenfalls gerne ändern. „Außerdem haben wir ein Beleuchtungsproblem, deshalb gibt es in Bergen-Enkheim Sommer- und Winteröffnungzeiten.“ Die verkürzten Zeiten würden dazu führen, dass Personen – auch aus umliegenden Orten – ihren Müll zum Ärger von Bürgern und Mitarbeitern oft einfach vor dem Platz ablegen.

Die „wilden Ablagerungen“ entstünden eher, wenn man eine der Abgabestellen schließt, befürchtetet der Ortsbeirat. Auch deshalb stimmten die Mitglieder über zwei Eilanträge zur ab. Ein Antrag der CDU, der um Auskunft über Planungsstand und mögliche Vorteile einer Zusammenlegung bat, wurde abgelehnt. Eine Vorlage der SPD, die sich für die Erhaltung der Kleinmüllplätze aussprach, verabschiedet. Eine Mehrheit stimmte dafür, dass Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) mit einem Brief Verantwortliche der FES in die Sitzung Ende Oktober einlädt.

„Da war die Presse leider schneller als die Kommunikation zwischen uns und dem Ortsbeirat“, sagt Werner. Hätte er gewusst, dass das Thema im Ortsbeirat diskutiert wird, wäre er gerne dabei gewesen. „Ich bin offen, mit dem Ortsbeirat darüber zu sprechen.“ Zudem schlägt er eine gemeinsame Begehung einer 2012 eröffneten Anlage in Kalbach vor. „Sie ist sehr modern. Würden die Ortsbeiräte das sehen, vielleicht würden sie anderer Meinung sein.“

Die Entsorgungsstation in Kalbach können ein größeres Spektrum an Abfällen annehmen und sei komfortabler ausgestattet. So gäbe es eine Rampe zu den Containern, mit der schwere oder große Gegenstände einfacher abgelegt werden können.

Laut Werner ist derzeit kein geeignetes Grundstück in Sicht. Mindestens 4000 Quadratmeter würden benötigt. Die Deponie an der Barbarossastraße könne nicht vergrößert werden, da es an das ausgewiesene Landschaftschutzgebiet grenze. Die FES hätte für die Platzsuche bereits die Wirtschaftsförderung und das Amt für Bau und Immobilien eingeschaltet. „Doch der Raum ist begehrt.“

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